Wer singt für Deutschland? - Popstars, Newcomer oder Musicalprofi

Hamburg - Girl-Power oder Jungs-Charme, Teenie-Idole oder Bühnen-Profis - Deutschlands Grand-Prix-Fans müssen sich am Donnerstag zwischen fünf Kandidaten entscheiden. Die Pop-Bands No Angels, Marquess und Cinema Bizarre sowie die Sänger Tommy Reeve und Carolin Fortenbacher treten beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg an.

Den Gewinner wählen die Zuschauer der ARD-Show (20.15 Uhr) per Anruf oder SMS. Der Sieger singt am 24. Mai in Belgrad (Serbien) für Deutschland. "Das Rennen wird eng. Alle Kandidaten setzen auf Pop und liegen näher beieinander als die Konkurrenten der vergangenen Jahre", sagte Moderator und Grand-Prix-Experte Thomas Hermanns der Deutschen Presse-Agentur dpa. Roger Cicero hatte 2007 den 19. Platz belegt.

Spannend wird für den federführenden Norddeutschen Rundfunk (NDR) aber auch die Einschaltquote. Den Vorentscheid 2007 hatten 4,60 Millionen Menschen (14,3 Prozent Marktanteil) verfolgt - weniger als im Jahr zuvor (5,28 Millionen/16 Prozent). Diesmal konkurriert die Live-Show unter anderem mit den UEFA-Pokalspielen Bayern - Anderlecht (ProSieben/18.50 Uhr) und Leverkusen - HSV (ZDF/21 Uhr) sowie "Germany's Next Topmodel" (ProSieben/21.00 Uhr). Harte Konkurrenz für die Grand-Prix-Kandidaten und Hermanns, der am Mittwoch seinen 45. Geburtstag vor allem bei den Proben verbrachte. Die fünf Teilnehmer setzen auf Pop mit ganz unterschiedlichen Akzenten:

NO ANGELS ("Disappear"): Deutschlands erfolgreichste Mädchenband gilt als Favorit. Die Pop-Gruppe war im Jahr 2000 als Sieger aus der TV-Castingshow "Popstars" hervorgegangen und hat Nummer-Eins-Hits sowie Millionen-Plattenverkäufe auf ihrem Konto stehen. Nach ihrem ersten Erfolg mit "Daylight In Your Eyes" ging es für Lucy, Sandy, Nadja und Jessica - damals noch mit Vanessa - steil nach oben, eine Chartplatzierung jagte die nächste. 2003 löste sich die Gruppe auf, vor einem Jahr folgte dann das Comeback als Quartett. "Wir möchten unbedingt nach Belgrad!", verkünden die No Angels. Hermanns: "Vier Profis, die absolut routiniert sind und ihre Töne halten können. Ihre Tanznummer geht ins Ohr, und hübsch anzuschauen sind die Mädels auch noch - die Optik ist beim Grand Prix nicht unwichtig."

MARQUESS ("La Histeria"): Die Latino-Pop-Band aus Hannover sorgt dafür, dass beim Vorentscheid auch spanisch gesungen wird. Marquess sind Sascha Pierro, Marco Heggen, Christian Fleps und Dominik Decker. Dem Quartett war im vergangenen Sommer mit "Vayamos Compañeros" auch der Sprung in ausländische Hitparaden gelungen. Bereits 2006 hatten sie mit "El Temperamento" einen Hit gelandet. Frontsänger Pierro kann Grand-Prix-Erfahrung vorweisen: Im Jahr 2003 war der Sohn eines italienischen Vaters solo beim Vorentscheid dabei. "Wir wollen gern das Lächeln von Deutschland in Belgrad zeigen", sagen die Musiker. Hermanns: "Die vier Jungs vertreten mit ihrer fröhlichen Nummer so etwas wie die Fun-Fraktion im Wettbewerb - gewissermaßen die Kinder von Stefan Raab & Co. Ein Song, der gute Laune macht."

CINEMA BIZARRE ("Forever Or Never"): Die fünf Teenie-Idole könnten den außergewöhnlichsten Auftritt liefern. Die Glamrock-Musiker tragen ganz im Stile Tokio Hotels ausgefallene Frisuren und viel Kajal - und versprechen "großes Kino" auf der Bühne. Ihr Outfit zeigt Einflüsse aus der japanischen Jugendkultur "Visual Kei". In die Charts haben es Strify, Luminor, Yu, Kiro und Shin mit dem Titel "Lovesongs" vor wenigen Monaten erstmals geschafft - an Live-Erfahrung mangelt es ihnen noch. Mit ihrem Pop-Elektro-Rock-Sound wollen die 18 bis 22 Jahre alten Newcomer nun Europa erobern. Hermanns: "Klingt ein bisschen wie das russische Duo t.A.T.u, das 2003 den dritten Platz geschafft hat. Und das düstere Outfit und diese Manga-Optik kennen ja sowieso die Kids auf der ganzen Welt."

TOMMY REEVE ("Just One Woman"): Der 27-jährige Münchner setzt auf eine Ballade. Auch diesem Newcomer, der im Vorprogramm von Christina Stürmer gespielt hat, war im vergangenen Jahr ein Hit gelungen. Mit seiner ersten Single "I'm Sorry" schaffte er auf Anhieb den Sprung in die Charts. Der Sänger, Songschreiber und Musiker absolvierte bereits eine kleine Clubtour durch Deutschland. Reeve will seine Lieder gefühlvoll präsentieren, ohne dabei in Kitsch zu verfallen: "Musik muss echt sein", sagt er. "Ich hab kein Problem damit, mich zu öffnen und  meine Gefühle zu zeigen. Da ist nichts aufgesetzt, das bin ich." Hermanns: "Ein Frauenschwarm mit einer sehr guten Stimme und einer souligen Ballade - eine Art Johnny Logan mit anderen Mitteln. Und Logan hat immerhin zweimal den Grand-Prix-Sieg nach Irland geholt."

CAROLIN FORTENBACHER: Unter den Grand-Prix-Konkurrenten ist Carolin Fortenbacher (43) die älteste. Die Musicalsängerin spielte fünf Jahre lang in der Hamburger "Mamma Mia!"-Produktion die Hauptrolle. Bei ihrem Vorentscheid-Auftritt setzt sie auf ihre Erfahrung und auf den "optimalen Song". "Ich war noch nie der Typ für Lampenfieber. Außerdem habe ich persönlich an dem Abend überhaupt nichts zu verlieren, denn ich bin ja schon im Geschäft dabei", sagt sie. Bei ihrer von Pe Werner geschriebenen Ballade habe sie sofort gewusst, dass es "genau das richtige Lied" ist. Hermanns: "Eine Frau mit großem Gefühl und ein erfahrener Bühnen-Profi. Ihr Lied ist eine klassische Ballade - Serbien hat mit dem Stil das internationale Finale im vergangenen Jahr gewonnen."

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