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Der Schamhaar-Kalender entfachte eine Menge Wirbel

Skandal-Fotograf: Neue Castingshow auf Arte

Paris - Casting-Shows boomen im deutschen Fernsehen. Man hofft, Popstars und Top-Schönheiten von morgen zu entdecken. Nun hat auch Arte seine Casting-Show.

Starfotograf Oliviero Toscani sorgt regelmäßig für Entrüstung: Mit einem Jahreskalender aus 12 Nahaufnahmen weiblicher Schamhaare löste er einen Proteststurm aus und mit seinen Plakaten gegen Magersucht, auf denen der Italiener einen ausgemergelten nackten Mädchenkörper zeigt, stieß er die Öffentlichkeit vor den Kopf. Zum Star und Schockfotografen machten ihn jedoch seine legendären Benetton-Werbekampagnen, für die er sterbende Aids-Patienten ablichtete oder ein am Down-Syndrom erkranktes Kind. Zusammen mit dem Fernsehsender Arte macht er sich nun auf die Suche nach talentierten Jungfotografen. In der fünfteiligen Reihe “Photo for Life“, die am Montag (21.11., 19.30 Uhr) startet, fühlt der Meister den Kandidaten hart auf den Zahn.

Mehr als 600 Bewerber gab es, sechs davon kamen in das Finale mit Toscani - einer schmiss das Handtuch gleich am ersten Tag. Die Talentsuche fand im Juli in Paris statt. Die Finalisten mussten sich an fünf Tagen jeweils einer Disziplin der Fotografie stellen: Akt, Reportage, Werbefoto, Modefoto und Porträt. Morgens ein Briefing mit dem Meister, nachmittags die Umsetzung in die Praxis.

Verrückte Welt aus dem Photoshop

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Die erste Herausforderung: das Aktfoto. Zur Verfügung standen zwei Lampen, eine Kamera und nur eine Viertelstunde Shooting pro Schüler. “Die Arbeitsbedingungen sind schwierig. Wir haben nur wenig Zeit, überall ist die TV-Kamera mit dabei, wir kennen weder die Orte, an denen wir fotografieren, noch die Rahmenbedingungen“, sagt die 26-jährige Sima nach dem zweiten Tag. Sie studiert an der Kunstakademie München. Aus dem deutschsprachigen Raum waren zwei weitere Kandidaten nach Paris gereist: Caroline aus Berlin (30) und Suchart (20) aus Wien.

Was ist eine Pariserin? Für diese Modefoto-Übung ging es mit der Kamera zum Trocadero. Modedesigner Jean-Charles de Castelbajac war an diesem Tag bei dem Dreh mit dabei, denn er stellte die Models und die Kleider zur Verfügung. Mit Blick auf den Eiffelturm wurde bei Regen und unter Regenschirm fotografiert. “Auch Profis müssen bei jedem Wetter und unter den schwierigsten Bedingungen arbeiten“, sagt Toscani.

Der 69-Jährige muss es wissen. Seit mehr als einem halben Jahrhundert betrachtet er die Welt durch das Objektiv. Toscani ist ein strenger Coach, gibt viele Tipps, diskutiert viel und spart nicht mit Kritik. “Die heutige Generation kann keine Fotos machen. Durch die neuen Technologien geht ihnen jegliche Kreativität verloren“, behauptet der Profi. Deshalb habe er sich mit Arte auf die Suche nach neuen Nachwuchstalenten begeben. Das Ergebnis seiner Meisterklasse ist an fünf Abendenden hintereinander (Montag bis Freitag) jeweils um 19.30 Uhr zu sehen.

dpa

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