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Sky Arts: Von Wagner bis Winehouse

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München - In München stellte Sky das neue Angebot Sky Arts vor und bot „spannende Einblicke in die Kunst- und Kulturszene“.

Bisher habe Sky vor allem das Image des Fußballsenders gehabt, eröffnet Birgit Nössing, bezeichnenderweise Sportmoderatorin des Bezahlsenders, die Pressekonferenz am Montagmittag im Bayerischen Hof in München. Das, so kündigt sie an, werde sich nun ändern. Und tatsächlich könnte der Kontrast nicht größer sein zwischen der Bundesliga, für die Sky gerade erneut die teuren Rechte erworben hat, und dem Ereignis, das neugierig machen soll auf das neue, so ganz andere Angebot „Sky Arts“. Der Sender, der am 21. Juli um 21 Uhr regulär startet (bisher gab es ihn nur on Demand, also auf Abruf) bietet die erste Live-Übertragung der Fernsehgeschichte aus Bayreuth – den „Ring des Nibelungen“. Insgesamt 16 Stunden Oper an vier Tagen erwartet die zahlenden Zuschauer (siehe auch Kasten), außerdem ein sechsstündiges „Pausenprogramm“, darin Gespräche mit Regisseur Frank Castorf und den Sängerinnen und Sängern sowie Blicke hinter die Kulissen. Moderiert wird das Ganze von Musikjournalist Axel Brüggemann.

Doch Richard Wagner und sein Werk seien bei weitem nicht das einzige Highlight, betont Programmchefin Elke Walthelm, die ganz offen die Strategie der Macher erläutert: „Wir haben nach einem Bereich gesucht, in dem das Free TV nicht so stark ist – und da sind wir auf Kunst und Kultur gekommen.“ Natürlich biete man nicht sieben Tage lang rund um die Uhr Oper, Theater und Konzert: „Neben klassischer Kultur präsentiert Sky Arts auch ein umfassendes Angebot an allen Spielarten der Kunst – Fotografie, Architektur, Bildende Kunst, Literatur, Tanz, Pop und Rockmusik – und stellt dabei die Menschen in den Vordergrund, die Kunst schaffen.“ Ermöglicht werden sollen „spannende Einblicke in die Kunst- und Kulturszene“.

Einen solchen Einblick will auch das Magazin „Kapitelweise“ bieten, für das Moderator Florian Wagner bekannte Autoren zuhause besucht. „Woher holt er seine Inspiration? Wie geht er an seine Arbeit heran? – aus diesen Puzzleteilen versuchen wir ein Bild der Persönlichkeit zusammenzusetzen“, beschreibt Wagner das Prinzip der Reihe, in deren Rahmen bereits Porträts von Nele Neuhaus und Rita Falk entstanden. Im Mittelpunkt der neuen Folge, die am 17. August ausgestrahlt wird, steht der Fantasyschriftsteller Wolfgang Hohlbein, der im Lauf von 35 Jahren mehr als 200 Bücher schrieb – mit einer Gesamtauflage von mehr als 40 Millionen Exemplaren. Nicht das Reden über Bücher steht also im Mittelpunkt, er wolle vielmehr „neugierig machen auf den Menschen und seinen kreativen Output“, so Wagner.

Auch eine Art Castingshow – natürlich auf allerhöchstem Niveau – ist geplant. In der achtteiligen Reihe „Master of Photography“ kämpfen Fotografen aus ganz Europa – Profis wie Amateure – um den Titel „Bester Fotograf Europas“, dotiert mit 150 000 Euro. In der Jury sitzen Meisterinnen und Meister wie Rut Blees Luxemburg, Oliviero Toscani und Simon Frederick, die vor der Kamera ganz offen über die Werke diskutieren und ihre Urteile fällen. Eine weitere Sky-Arts-Eigenproduktion, die in Zusammenarbeit mit Partnersendern aus Großbritannien und Italien entstanden ist, greift unter dem Titel „Artists in Love“ die besonderen Beziehungen großer Künstler zu ihren Musen auf – Frida Kahlo und Diego Rivera, Marilyn Monroe und Arthur Miller, Federico Fellini und Giulietta Masina und viele mehr. Gezeigt wird ferner das mit einem Oscar ausgezeichnete Porträt „The Girl behind the Name“ über Amy Winehouse. Das Programmangebot ist nach den Worten Walthelms eine Mischung aus eingekauftem Material, das zuvor nie in Deutschland gezeigt wurde, Eigenproduktionen von Sky Deutschland sowie Koproduktionen mit anderen Sendern der Sky-Gruppe.

Kultur für jeden, der sich dafür interessiert, und ohne Nachweis einer umfassenden Vorbildung – nach dieser Devise verfährt man bei Sky Arts auch in Sachen Wagner. Und weiß sich darin auf einer Linie mit Festspielchefin Katharina Wagner, die, so Moderator Brüggemann, „verstanden hat, dass Kultur zu den Menschen kommen muss“. Bis zu neun Kameras werden das Geschehen auf dem Grünen Hügel festhalten, das könne den Live-Eindruck im Festspielhaus zwar nicht ersetzen, werde aber Musiktheatergenuss auf hohem Niveau bieten. Und auch wenn, wie Programmchefin Walthelm betont, Sky Arts nicht der neue Opernsender werden soll, so sind doch weitere Kooperationen nicht ausgeschlossen: „Die Türen sind offen.“

Sky Arts

ist im Entertainmentpaket von Sky Deutschland erhältlich und über Satellit, Kabel und IPTV zu empfangen. Bis 23. Januar 2017 ist das Programm nach Auskunft des Senders darüber hinaus für alle Sky-Kunden freigeschaltet.

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