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Alexander Mazza (r.) und Francine Jordi moderieren die "Stadlshow". Allerdings wird die Sendung bald abgesetzt.

Volksmusiksendung wird abgesetzt

Das war's! Aus für die "Stadlshow"

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München - Die Pressemitteilung fiel kurz und knapp aus: Die öffentlich-rechtlichen Sender ORF, BR und das Schweizer Fernsehen werden die "Stadlshow" absetzen.

Die Pressemitteilung fiel kurz und knapp aus: Nach eingehender Analyse der beiden Sendungen im September und zu Silvester sind die Partnersender ORF, BR und das Schweizer Fern­sehen zu dem Entschluss gekommen, die regulären Ausgaben der Stadlshow nicht fortzusetzen. Mit anderen Worten: Der 35 Jahre alte ­Musikantenstadl, den Karl Moik 1981 mit viel Herzblut ins Leben rief, wird zu Grabe getragen. Mit ihm stirbt eine weitere Plattform für Volksmusik im öffentlich-recht­lichen Fernsehen.

Überraschend kommt die Nachricht nicht. Schon bei der Premiere im September zeigte sich, dass die Zuschauer mit dem runderneuerten Konzept nicht viel anfangen konnten. Jünger, frischer und moderner sollte der neue Stadl sein. „Wir wollen neue Zuschauer gewinnen, ohne das Stammpublikum zu verlieren“, erklärte Moderator Alexander Mazza damals im tz-Gespräch. Der smarte Münchner stand mit Kollegin Francine Jordi für die neue Show-Generation. Von ­Andy Borg hatten sich die Senderverantwortlichen im Zuge der Erneuerung getrennt – trotz massiver Proteste seiner Fans.

Nachdem der Silvesterstadl lediglich 2,8 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm lockte, fällten die Verantwortlichen jetzt ihre Entscheidung: In Zukunft soll es lediglich zum Jahreswechsel eine gemeinsame Volksmusikshow geben. Details wolle man im Sommer bekanntgeben, so der BR wortkarg. Moderator Alexander Mazza findet es schade, dass die Sender der Stadlshow nicht mehr Zeit geben. Verbittert aber wirkt er nicht: „Ich möchte mich jedenfalls bei allen Beteiligten für die gemeinsame Zeit bedanken. Es hat mir viel Spaß gemacht! Bleibt zu hoffen, dass die Sender bald eine neue Show für die Volksmusik- und Schlagerbranche realisieren. Für die Fans und vor allen Dingen die Künstler.“

Kommentar zu "Stadlshow": Manchmal braucht es Mut

Programmchefs und Senderverantwortliche sprechen gern von Mut. Dem Mut, den man haben muss, wenn man etwas Neues probieren will. Oder von „mutigen Entscheidungen“, wenn es um personelle Neubesetzungen geht. Vom Wagnis, an etwas festzuhalten, das in unserer schnelllebigen Zeit fast schon antiquiert wirkt, redet dagegen keiner. Es wäre durchaus mutig gewesen, den alten Musikantenstadl zu erhalten und zusammen mit den Zuschauern und ­ihrem Lieblingsmoderator Andy Borg zu entstauben. Keiner, so zeigten es die zahlreichen Leserbriefe, die auch uns in der tz erreichten, passte so gut in dieses Format wie er. Als es um die Runderneuerung des ARD-Klassikers ging, entschieden sich die Sender aber für einen ­Alleingang – warum? In Zeiten zahlreicher interaktiver Umfragen und der von den Öffentlich-Rechtlichen fleißig gepflegten Kommunikation via Facebook und Twitter wäre ­eine Zusammenarbeit mit dem Stammpublikum ein Leichtes ge­wesen. Manchmal braucht es eben auch den Mut, etwas Bewährtem treu zu bleiben.

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