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Moderatorin Francine Jordi singt bei der Generalprobe der Stadlshow in Offenburg.

Moderatorin im Interview

Nach Stadlshow-Desaster: Francine Jordi fand sich selbst ganz gut

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München - Die erste Stadlshow war ein Quoten-Flop und erzeugte einen Shitstorm der Fans. Im Interview betont Moderatorin Francine Jordi nun, dass sie sich selbst eigentlich ganz gut fand.

Update vom 12. Januar 2016: Aus und vorbei! Die "Stadlshow“ wird abgesetzt - zumindest in ihrer regulären Ausgabe. Das gaben die verantwortlichen Sender nun bekannt. Es gibt nur noch zwei Silvester-Sendungen.

Es hätte alles anders und besser werden sollen, in der ersten Stadlshow: Neben einer neuen Bühnendekoration im Stil eines Skihotels bot der Neustart des Musikantenstadls in der ARD auch Interpreten, die ein jüngeres Publikum ansprechen sollten. Im Sinne einer Verjüngung des Volksmusik-Formates wurden mit Francine Jordi und Alexander Mazza auch Moderatoren engagiert, die die Stadlshow etwas jugendlicher verkaufen sollten. Der Schuss ging voll nach hinten los. Mit 2,4 Millionen Zuschauern halbierten Jordi und Mazza bei ihrer Premiere in Offenburg am 12. September praktisch die letzte Quote ihres Vorgängers Andy Borg. TV-Kritiker verrissen die Stadlshow nahezu einhellig. Nicht selten war in der Überschriften das Wort "Desaster" zu lesen. Stefan Mross, seines Zeichens Volksmusik-Star und Moderator der ARD-Schlagersendung "Immer wieder sonntags", ätzte öffentlich gegen die Stadlshow. Damit nicht genug: Auf der Facebook-Seite der Stadlshow forderten die Fans - verwenden wir lieber das Wort Follower - die Rückkehr von Andy Borg. Nicht wenige forderten gar die Absetzung der Sendung. Massive Kritik gab es auch für die von vielen Volksmusik-Fans als nicht authentisch empfundenen Moderatoren Francine Jordi und Alexander Mazza. Im Interview mit der Seite "Schlagerportal" betont Francine Jordi nun aber, dass sie ihre Moderation eigentlich ganz toll fand. "Ich war froh, dass ich mich während der Show sehr authentisch fühlte, ich fühlte mich echt wohl – ich habe die Show genossen. Ich habe mit den Leuten vor Ort auch Party gehabt und getanzt. Ich war froh drüber, dass ich sagen konnte: Die Leistung war gut. Das war, was ich wollte, was ich mir vorgenommen habe."

Natürlich wurde sie auch auf die Kritik an der Stadlshow-Premiere angesprochen. Und da zeigt die Schweizerin sich deutlich aufnahmebereiter als vor kurzem der zuständige deutsche Sender BR. Allerdings empfand sie so manche Unmutsäußerung als überzogen. "Zum Teil kann ich die Kritik an der Sendung verstehen! Ich finde, wenn Kritik konstruktiv ist, dann kann ich sie annehmen und umsetzten. Wenn Kritik aber unfair ist, dann kann ich sie leider nicht annehmen. Buddha hat das mal so schön gesagt: 'Das ist wie ein Geschenk, man kann immer vorher noch entscheiden, ob man es annehmen will oder nicht!' Ich finde das passt gut in diese Situation."

Stadlshow: Die Macher wollen auf Publikumswünsche eingehen

Wie wollen die TV-Bosse von BR, ORF und SRF die Stadlshow nun auf Kurs bringen? Francine Jordi verspricht gegenüber Schlagerportal.com, dass die Macher und Moderatoren die Kritik der Fans annehmen wollen. "Ja natürlich, das wird jetzt alles analysiert. Die Verantwortlichen werden sich natürlich um konstruktive Kritik kümmern und gucken, woran es gelegen hat, an den schlechten Einschalt-Quoten in Deutschland - das ist ja selbstverständlich." Und dann fügt sie noch etwas hinzu, was wohl viele Fans des alten Musikantenstadls besänftigen soll: "Natürlich wird man auch auf die Publikumswünsche eingehen." Welche Wünsche die Macher der Stadlshow konkret umetzen wollen, verrät Francine Jordi aber nicht. Eine Rückkehr von Andy Borg, die viele Fans vehement gefordert hatten, kann man wohl vergessen. Der BR hatte diesen Schritt kategorisch ausgeschlossen.

Silvester-Stadlshow am 31. Dezember aus Linz

Der Termin für die nächste Stadlshow steht auch schon fest: Am 31. Dezember dürfen Francine Jordi und Alexander Mazza sich noch mal als Moderatoren versuchen. Dann steigt die "Silvester-Stadlshow" im österreichischen Linz. In der Live-Sendung dürfen die beiden mit Zuschauern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Jahr 2016 hinüberrutschen. Zu einer möglichen Fortsetzung der Stadlshow haben sich die TV-Bosse noch nicht geäußert. Falls sich viele Volksmusik-Fans nach der Silvester-Stadlshow über einen versauten Jahreswechsel beklagen, wird es vielleicht sogar die Abschiedssendung gewesen sein.

fro

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