Starke Konkurrenz für die No Angels

Belgrad - Die No Angels wollen beim Eurovision Song Contest (ESC) in Belgrad Deutschlands Grand-Prix-Ehre retten - doch als aussichtsreichste Anwärter auf den Sieg gehen wieder mal andere Länder ins Rennen.

Zwischen hochfavorisierten Balladen aus Portugal und dem Gastgeberland Serbien, Pop-Songs aus der Ukraine oder Schweden, der von Timbaland produzierten Nummer eines russischen Superstars und Rocksongs aus Finnland und der Türkei trauen die wenigsten den Pop-Engeln eine vordere Platzierung zu. Die No Angels selbst geben sich siegesbewusst: "Ich sehe uns ganz, ganz weit vorn und ich glaube, wir haben auch eine Chance, das Ding zu gewinnen", sagte Sängerin Nadja der Deutschen Presse-Agentur dpa in Belgrad.

Das Pop-Quartett tritt am Samstag mit seinem Song "Disappear" im Finale mit 25 Teilnehmern in der serbischen Hauptstadt an. "Es ist natürlich immer schwierig, wenn man sagt: Ja, wir werden die Ersten. Aber im tiefsten Inneren wünschen wir uns das, arbeiten darauf hin und stellen uns das auch schon vor", sagte Nadja. Mit der Startnummer vier sind die No Angels sehr früh an der Reihe - lange bevor die Zuschauer europaweit zur Abstimmung aufgerufen werden. Vor der Band singt die 16 Jahre alte Albanerin Olta Boka eine gefühlvolle Ballade. Direkt nach diesem Beitrag auf die Bühne zu gehen, empfindet Nadja als Vorteil. "Da unser Song ein bisschen balladesk ist, wäre eine totale Powerperformance davor schwierig."

Am Freitag standen für alle Finalisten die ersten Durchlaufproben für die große TV-Show am Samstagabend (ARD/20.15 Uhr) auf dem Programm. Wer am Ende gegen Mitternacht in der Belgrad-Arena zur Nachfolgerin der Serbin Marija Serifovic gekürt und wie oft es für die No Angels die begehrten "12 points" geben wird, war völlig offen. Kein eindeutiger Favorit, dafür aber Länder, deren Namen häufiger als aussichtsreiche Anwärter auf den Sieg fielen - Deutschland war kaum dabei.

Dafür erwartet die Zuschauer beim 53. ESC eine bunte Mischung der unterschiedlichsten Musikstile - und vor allem viel Show. Der Versuch, sich mit originellen Einlagen auf der Bühne ins Gedächtnis des abstimmenden Publikums einzubrennen, lässt jede Menge Pyrotechnik krachen, Damen in glitzernden und sexy Outfits über die Bühne wirbeln und selbst Spaß-Piraten aus Lettland zu einem Techno-Song die Eurovisionsbühne entern. Dabei waren einige Vertreter der Spaßfraktion wie die irische Truthahn-Handpuppe schon im Halbfinale aus dem Contest geflogen. Auch einige osteuropäische Länder mussten vorzeitig die Koffer packen, ebenso erwischte es die Schweiz, die Niederlande und Belgien. Über nicht gegebene zwölf Punkte aus Österreich muss sich diesmal auch kein Deutscher ärgern, die Alpenrepublik ist gar nicht angetreten.

Dafür schaffte es ganz Skandinavien in die Endrunde, darunter der Däne Simon Mathew, der wie eine Mischung aus Robbie Williams und Roger Cicero daherkommt. Prominenteste Vertreterin der nordischen Länder ist wohl Schwedens Charlotte Perrelli: Unter dem Namen Charlotte Nilsson hatte sie 1999 den ESC in Israel gewonnen. Wie damals tritt sie mit der Startnummer 15 auf. Einziger Doppel-Grand-Prix-Gewinner ist bislang der Ire Johnny Logan.

Deutschland holte sich den Sieg bislang nur ein Mal - 1982 mit Nicole. Auf all die Spekulationen im Vorfeld gibt die No-Angels-Interpretin nicht viel: "Bei diesem Wettbewerb hat man ja schon oft Überraschungen erlebt. Wochenlang gibt es dann immer irgendwelche Favoriten und am Ende gewinnt dann doch jemand anders, der gar kein Favorit war." Eine Niederlage wäre für sie lediglich der letzte Platz. "Aber das wird auch nicht passieren!"

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