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Der große Moderator hat abgedankt: Stefan Raab verabschiedete sich von der Showbühne.

Letzte Sendung "Schlag den Raab"

Das war's: So verabschiedet sich Stefan Raab von der Bühne

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Berlin - Das war's jetzt also: Stefan Raab ist von der TV-Bühne getreten, sein "Raabschied" ist vorbei. Nach 2400 Stunden vor der Kamera verabschiedete er sich mit den Worten: "Ich hoffe, Sie hatten ein bisschen Spaß."

Es war genau vier Minuten vor 2 Uhr morgens am frühen Sonntag, als Stefan Raab (49) von der Bühne ging. Große Worte machte der große Showmaster nicht: "Ich will gar nicht viel sagen. Sie wissen, die Show endet immer mit einem Lied. Ich bedanke mich bei Ihnen allen, die jahrelang zugeschaut haben. Glücklicherweise sind die 'Heavytones' hier und deswegen singe ich noch etwas für Sie."

Stefan Raab geht ohne großes Pathos

Nichts geringeres als "One Moment in Time", den Schmachtfetzen von Whitney Houston, hatte sich Stefan Raab als letzte Hommage an seine Zuschauer und Fans ausgesucht. Doch Stefan Raab wäre nicht Stefan Raab, wenn er das Lied und diesen Auftritt ernst nehmen würde. Auch wenn es sein allerletzter nach Jahrzehnten auf der Bühne war. So brach er dann auch mitten im Lied ab und verschwand einfach.

ProSieben zeigte daraufhin ein Testbild. Es wäre eigentlich der perfekte Abschied gewesen - doch ganz so sang- und klanglos wollte Stefan Raab dann offenbar doch nicht gehen. Er kam tatsächlich noch einmal zurück auf die Bühne und sang mit Rentier-Ohren auf dem Kopf ein paar rockige Weihnachtslieder. Seine tatsächlich letzten Worte waren schließlich: "Machen Sie’s gut. Vielen Dank. Ich hoffe, Sie hatten ein bisschen Spaß." Dann schritt er unter Konfettiregen durch ein Spalier des Produktionsteams, umarmte den ein oder anderen (Showpraktikant Elton) und winkte ein letztes Mal ins Publikum. Dieses Mal lachte er, am Mittwoch noch hatte er nach der letzten "TV total"-Ausgabe mit den Tränen zu kämpfen. Trotzdem typisch Raab, ohne Pathos.

"Schlag den Raab" ändert den Spielmodus am letzten Abend

Vor dem Abschied hatte Stefan Raab eine Ausgabe von "Schlag den Raab" abgeliefert, die Thomas Gottschalks "Wetten, dass..?" Konkurrenz machen könnte - jedenfalls, was das Überziehen angeht. Geschlagene fünf Stunden und 41 Minuten dauerte die 55. und letzte Ausgabe.

Der Spielmodus von "Schlag den Raab" war in der letzten Show anders. Insgesamt spielten 15 Kandidaten gegen Stefan Raab, jeder konnte 100.000 Euro gewinnen. Wenn Raab allerdings als Sieger hervorging, wanderte das Geld in weiteren Topf, um den sich am Ende dann nochmal alle Kandidaten schlagen durften. Entgegen der Gerüchte, die vorher im Internet die Runde machten, wurde das Geld also nicht gespendet. Sechs Kandidaten waren schlussendlich übrig - sie alle hatten schon 100.000 Euro gewonnen und durften dann noch einmal um zusätzliche 900.000 Euro spielen. Die nahm Hendrik (24) mit nach Hause - er darf sich nun Millionär nennen.

Twitter-Gemeinde verabschiedet sich von Stefan Raab

Auf Twitter verabschiedeten sich die Fans von Stefan Raab und schon kurz nach Ende der Show etablierte sich der Hashtag #DankeStefan. Eine Userin war sich sogar sicher, dass ProSieben ab jetzt monatlich die alten "Schlag den Raab"-Sendungen wiederholen könnte und die Leute würden vermutlich trotzdem einschalten. Für viele Fans ist Stefan Raab eine Fernseh-Legende.

Stefan Raab hatte im Juni 2015 angekündigt, seine "Fernsehschuhe zum Jahresende an den Nagel hängen" zu wollen. Über die Gründe hat er bislang keine Angaben gemacht. Rund 20 Jahre war der gebürtige Kölner im Fernsehen zu sehen, produzierte Skandale und Legenden. 16 Jahre war Stefan Raab für ProSieben im Einsatz. Fast 2400 Stunden stand Raab für den Münchner Privatsender vor der Kamera.

Er verabschiedete sich mit Spitzenquoten: Im Schnitt 3,89 Millionen Menschen verfolgten in der Nacht zum Sonntag bei ProSieben die letzte Ausgabe der Spielshow „Schlag den Raab“, was 17,4 Prozent Marktanteil für die fast sechsstündige Sendung bedeutete. Die vergangenen Ausgaben der stets langen Show hatten um die zweieinhalb Millionen Zuschauer.

29,8 Prozent der 14- bis 49-jährigen Zuschauer sehen die letzte Ausgabe von "Schlag den Raab", das sind 18,1 Prozent Marktanteil und somit der Tagessieg.

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