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Zweiter Versuch: Hip-Hopper Marcel Pietruch.

"Das Supetalent"

Von der Straße auf die Bühne

Zehn Kandidaten, die aus den beiden Halbfinalsendungen hervorgingen, kämpfen an diesem Samstag bei RTL um den Sieg als „Supertalent“.

Ein Sieger steht schon fest: RTL verbuchte bei jeder Samstagsausgabe der Show im Durchschnitt 6,14 Millionen Zuschauer. Eine Neuauflage im nächsten Jahr gilt daher als wahrscheinlich.

Zehn Talente stellen sich nun beim Finale am Samstag um 20.15 Uhr der Jury um Dieter Bohlen, Sylvie van der Vaart und Bruce Darnell: Marcel Pietruch (10) aus Bremerhaven ist Hip-Hopper, Christoph Haese (21) aus Berlin Trapezkünstler und Shinouda Ayad (31) aus Kiel Derwischtänzer. Yosefin Buohler (13) aus Königswinter, Carlos Fassanelli (44) aus Bayreuth und Vanessa Krasniqi (14) aus Iserlohn singen ebenso wie Duri Krasniqi (12) aus Spittal in Österreich, der mit Vanessa jedoch nicht verwandt ist. Michael Hirte (44) aus Karzow spielt Mundharmonika, Kelvin Kalvus (40) aus Dresden jongliert, und Lukas Wecker (12) aus Kiel spielt Geige.

Marcel, der Jüngste im Bunde, gibt zu: „Ich bin so aufgeregt wie noch nie.“ Vor zwei Jahren wurde er Hip-Hop-Weltmeister. Der Gymnasiast ist nicht zum ersten Mal beim „Supertalent“ dabei. Im vergangenen Jahr trat er bereits in der ersten Staffel auf, schied jedoch im Halbfinale aus und vergoss bittere Tränen der Enttäuschung. Seinem Selbstbewusstsein tat das jedoch keinen Abbruch. „Ich bin halt gelenkig“, meint er achselzuckend. „Das hilft beim Tanzen.“ Ein Talent, das er seiner aus Polen stammenden Familie verdankt, wie Vater Gregor erzählt: „Meine Mutter war Balletttänzerin und auch mein Opa war ein guter Tänzer.“ Er selbst interessierte sich zwar mehr fürs Ringen. „Aber Spagat kann ich bis heute, und ich bin 44 Jahre alt.“

Der älteste Finalist ist mit seinen 44 Jahren Michael Hirte, der „Mundharmonika-Mann“. Mit seinem gefühlvollen „Ave Maria“ hat Hirte die Zuschauer fast zu Tränen gerührt. „Ich wollte was mit der Mundharmonika vorspielen“, hatte er bei seinem ersten Auftritt schüchtern ins Mikrofon gesagt – und geklungen, als habe ihn der Mut längst verlassen. Als er dann zu spielen begann, konnte Juror Dieter Bohlen seine Überraschung nicht verbergen. Das Finale der Show ist für Hirte „das erste Mal im Leben, dass es einen Fünfer im Lotto gibt“. Nach einem Verkehrsunfall ist der ehemalige Lkw-Fahrer auf dem rechten Auge blind. Vor gut vier Jahren sei er „ins Hartz IV gerutscht“, erzählt er. Da habe er sich mit seiner Mundharmonika in die Fußgängerzone gesetzt. „Das war eine Riesenüberwindung.“ Das „Ave Maria“ war auf der Straße ein Hit. Selbst wenn der Traum vom „Supertalent“ platzt, hat sich Hirtes Leben verändert: Er hat ein Angebot für einen Plattenvertrag. „Aber ich muss erst abwarten, was jetzt passiert“, sagt er. Er kenne sich doch nicht aus mit dem Berühmtsein.

Von Carsten Rave

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