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Das Gesichtserkennungsprogramm von Bluesky liefert in Windeseile Daten zu allen Besuchern. Zum Beispiel zu Sebastian Bootz (Felix Klare). 

TV-Kritik zum Fall "HAL"

Stuttgart-Tatort: Darum hebt er sich vom Rest ab

Stuttgart - Der Stuttgart-Tatort "HAL", den das Erste am Sonntag sendete, war der 19. Fall für die Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz. Lesen Sie die TV-Kritik. 

Tatort-Drehbuch-Autoren müssen sich etwas einfallen lassen, wenn sie die Zuschauer nicht mit ewig gleichen Fällen, Dialogen und Mörder-Suchen vergraulen wollen. Ein Durchschnittskrimi ist schwer erträglich. Der Zuschauer streamt lieber gefeierte Krimiserien wie "Broadchurch", "Die Brücke" oder "Luther". Auch der quotenstarke Münster-Tatort hat das Problem, dass er seine treuen Zuschauer langfristig gesehen verlieren wird, wenn er sich nicht erneuert. Die Fälle gruseln nicht, sind schwach erzählt, Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Gerichtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) machen sich lächerlich, nerven sogar. Umso neidischer werden die Macher des erfolgreichsten Tatorts wohl auf die Stuttgarter Konkurrenz blicken. 

Zuschauer des Stuttgart-Tatorts "HAL", den das Erste am heutigen Sonntag (28. August 2016, 20.15 Uhr) sendet, erwartet ein Film, der sich von den anderen Tatort-Folgen absetzt.  Der Zuschauer beobachtet vom Sofa aus, wie die Kriminalhauptkommissare Thosten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) anfangen, den Mord an einer Schauspielerin aufzuklären. Die Frau hat nebenbei für einen Online-Escort-Service und für die Software-Firma Bluesky gearbeitet. Sehr rasch wird der Zuschauer den ganzen Laden unsympathisch finden, sich auch ein bisschen vor ihm fürchten. 

Tatort "HAL" spielt mit der Sorge vor permanenter Überwachung

Es ist ein Tatort, der mit den Sorgen des Zuschauers spielt. Die Sorge, im Internet naiv auf eine fiese Masche hereinzufallen, die Sorge, ungewollt Daten von sich preiszugeben, permanent überwacht zu werden. Im Fokus der Mord-Ermittlungen steht der Software-Entwickler David Bogmann (Ken Duken). Er hat hat ein Programm entwickelt, das helfen soll, Kriminelle frühzeitig zu erkennen. Das Programm scannt einen Menschen, erkennt sein Sozialverhalten, seine Neigungen, analysiert seine Gesten und Gesichtsausdrücke und prognostiziert, ob von diesem Menschen eine Gefahr ausgeht. Das Programm soll am Flughafen eingesetzt werden. Die Zukunftsvision wirkt haarsträubend und irgendwie doch nicht so realitätsfremd, als dass man sie als absoluten Blödsinn abtun könnte. 

Der Zuschauer ist zwischen Bewunderung für die intelligente Software und Abscheu hin- und hergerissen. Es ist daher wichtig und gut, dass das Ermittler-Duo die richtigen, die nahe liegenden Fragen stellt.

Das Bluesky-Programm scheint sich zu verselbstständigen, seinen Erfinder nicht mehr zu brauchen. Und an dieser Stelle wird's ein bisschen gruselig. Zwar nicht so gruselig wie bei "Broadchurch", "Die Brücke" oder "Luther". Aber zwanzig Mal gruseliger, als es das erfolgreichste Tatort-Team, das aus Münster, schafft.

"HAL" ist der zweite Tatort nach der Sommerpause. Die Kölner waren am Sonntag, 21. August, mit 90 Minuten "Durchgedreht" zu sehen. 

Tatort in Stuttgart: Das sind die Sendezeiten vom Fall "HAL"

Wiederholungen im TV: Am Dienstag, 30. August, um 0.35 Uhr auf Das Erste. 

Sie können den Stuttgart-Tatort auch nachträglich in der ARD-Mediathek anschauen

Frühere Tatort-Kritiken

Lesen Sie einige vergangene Tatort-Kritiken: "Die Wahrheit" (München-Tatort) "Wir - Ihr - Sie" (Berlin-Tatort), "Das Recht, sich zu sorgen" (Franken-Tatort), "Fünf Minuten Himmel" (Freiburg-Tatort), "Mia san jetz da wo's weh tut" (Jubiläumsfall München-Tatort), "Der hundertste Affe" (Bremen-Tatort), "Ein Fuß kommt selten allein" (Münster-Tatort). 

Neuer Stuttgart-Tatort am Sonntag auf Twitter

Wer über den Stuttgart- Tatort diskutieren will, kann das bei Twitter tun (#Tatort). Das Erste twittert unter eigenem Profil (@Tatort). Wir sind gespannt, wie die Meinungen sind.

sah

Der Trailer zum neuen Stuttgart-Tatort "HAL"

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