+
Die „Super Nanny“ Katia Saalfrank

Medienaufsicht klagt an

„Super Nanny“ verstieß gegen Menschenwürde

Berlin - Die „Super Nanny“ hat aus Sicht der deutschen Medienaufsicht die Grenzen überschritten und gegen die Menschenwürde verstoßen. Ein Bußgeld muss RTL dennoch nicht befürchten.

Die TV-Folge der Erziehungssoap „Super Nanny“, die am 14. September 2011 auf RTL ausgestrahlt wurde, verstieß nach einer Entscheidung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) gegen die Menschenwürde. Im Mittelpunkt der Sendung hätten Gewalt- und Leidensszenen gestanden, „die den brutalen Umgang einer allein erziehenden Mutter gegenüber ihren drei kleinen Kindern (sieben, vier und drei Jahre alt) thematisierten“, kritisierten die Jugendschützerin in einer Mitteilung vom Montag.

Der Kölner Privatsender teile nicht den Vorwurf der Verletzung der Menschenwürde durch die Ausstrahlung, entgegnete RTL und kündigte an, gegen die Entscheidung der KJM und eine mögliche Beanstandung durch die lizenzgebende Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) eine Klage vorm Verwaltungsgericht zu prüfen.

Der Zuschauer habe eine Vielzahl von physischen und psychischen Gewalthandlungen zu sehen bekommen, die sowohl im Teaser zur Sendung als auch während der Folge wiederholt worden seien. „Eine so reißerische Darstellung zielt primär auf den Voyeurismus der Zuschauer“, urteilte die KJM. „Die Kinder werden in für sie leidvollen Situationen für kommerzielle Zwecke instrumentalisiert, zu Objekten der Zurschaustellung herabgewürdigt und in ihrem sozialen Achtungsanspruch verletzt.“

Auch „Die strengsten Eltern der Welt“ wurden abgemahnt

Konsequenzen - wie zum Beispiel ein Bußgeld - hat RTL indes nicht zu befürchten. Der Sender hatte die Episode korrekterweise der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) vorgelegt, die den Inhalt jedoch nicht zu beanstanden hatte, teilte die KJM auf Anfrage mit.

Mögliche Entwicklungsbeeinträchtigungen für unter 16-Jährige monierten die Jugendschützer außerdem in der Folge „Enthüllung“ der ProSieben-Serie „V - Die Besucher“, in der die Serien-Helden eine Außerirdische folterten. Gleiches gelte für unter Zwölfjährige, die im Tagesprogramm den RTL-II-Film „Jim Carroll - In den Straßen von New York“ sahen. Der Protagonist selbst habe im Film erzählt, wie er mit 13 Jahren in die Drogensucht abrutschte, aus der er sich erst mit 17 Jahren habe befreien können.

Auch die Kabel-eins-Reihe „Die strengsten Eltern der Welt“ sei in einer Folge, in der eine cannabisabhängige Peruanerin eine Rolle spielte, nicht für unter Zwölfjährige geeignet gewesen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Bachelor 2018: Wer ist schon raus? Wer ist noch dabei?
„Der Bachelor 2018“ ist gestartet: Hier erfahren Sie, welche Kandidatin schon raus ist und welche Damen noch um das Herz von Bachelor Daniel Völz kämpfen.
Der Bachelor 2018: Wer ist schon raus? Wer ist noch dabei?
Zarte Klänge beim ESC-Vorentscheid 2018: Das ist Kandidat Ryk
Rick Jurthe alias Ryk ist einer der sechs Kandidaten beim ESC-Vorentscheid 2018. Singt sich der 28-Jährige mit seiner Engelsstimme direkt nach Lissabon?
Zarte Klänge beim ESC-Vorentscheid 2018: Das ist Kandidat Ryk
Kandidat beim ESC-Vorentscheid 2018: Das ist Singer-Songwriter Michael Schulte
Im Februar 2012 wurde er Dritter in der Castingshow „The Voice of Germany“, nun ist Michael Schulte einer der Kandidaten beim ESC-Vorentscheid 2018. Fährt er für …
Kandidat beim ESC-Vorentscheid 2018: Das ist Singer-Songwriter Michael Schulte
Goldene Kamera 2018: So sehen Sie die Gala live im TV und im Live-Stream
Am 22. Februar feiert die Film- und Fernsehwelt zum 53. Mal die Verleihung der Goldenen Kamera. Wir haben für Sie zusammengefasst, wo und wie Sie die Gala live im TV und …
Goldene Kamera 2018: So sehen Sie die Gala live im TV und im Live-Stream

Kommentare