SWR-Gremium kritisiert "Schmidt & Pocher" als "degoutant"

Mainz - Der Fernsehausschuss des Südwestrundfunks (SWR) hat die Late-Night-Show "Schmidt & Pocher" wegen "der zum Teil degoutanten Ausrutscher mehrheitlich kritisiert". Dies steht laut Mitteilung im Bericht des Ausschusses, der am Freitag bei der Rundfunkratssitzung des Senders in Mainz präsentiert wurde.

Der Fernsehausschuss ist einer von drei ständigen Ausschüssen des Rundfunkrats. In der Mitteilung wurde keine einzelne Sendung des Unterhaltungsduos genannt, doch war bereits zuvor scharfe Kritik aus dem Rundfunkrat am Auftritt der Deutschtürkin Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray am 24. April geübt worden. Rundfunkratsmitglied Therese Wieland hatte sich in einem Brief an den SWR-Intendanten Peter Boudgoust und Fernsehdirektor Bernhard Nellessen über in der Sendung gefallene Ausdrücke beschwert, "die sonst nur in der schlimmsten Gosse" zu hören seien.

Der SWR-Rundfunkrat in Mainz beschäftigte sich außerdem mit der Sendung "Quoten, Klicks und Kohle" des SWR-Chefreporters Thomas Leif über die Qualität des Journalismus, die von vielen Printmedien als einseitig zugunsten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und zulasten des Printjournalismus kritisiert worden war. Der SWR-Fernsehausschuss stellte sich hinter den Autor und nannte die Sendung ein "eindrucksvolles Beispiel des Autoren- beziehungsweise Presenter-Journalismus". Derzeit sei eine polemisch geführte Grundsatzdebatte über Funktion und Garantie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Gange, die dem normalen Zuschauer so nicht genügend bewusst sei. "Der zugegeben martialische Ton in der besprochenen Sendung entspricht leider der medienpolitischen Wirklichkeit", hieß es in der Mitteilung.

Die SWR-Aufsichtsgremien betonten bei der Rundfunkratssitzung außerdem die positiven Effekte der Fusion von Süddeutschem Rundfunk und Südwestfunk vor zehn Jahren zum Südwestrundfunk. Der SWR biete mehr regionale Berichterstattung als seine Vorgängeranstalten und habe in den Gebührenperioden 2001 bis 2004 und 2005 bis 2008 fusionsbedingt 90 Millionen Euro einsparen können. Den Jahresüberschuss für 2007 bezifferte der Sender mit 79,4 Millionen Euro.

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