Nach Skandal-Verleihung: Musikpreis Echo wird abgeschafft

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Sympathieträger mit Schnauzbart

- Als eine Art männliche Miss Marple löst Friedrich von Thun vertrackte Verbrechen auf eigene, trickreiche Art. Mit seinen freundlichen, blitzblauen Augen und dem verschmitzten Lächeln unter dem markanten Schnauzbart ist er einer der Sympathieträger im deutschen Fernsehfilm. An diesem Samstag feiert Friedrich von Thun seinen 65. Geburtstag.

Seit den 80er-Jahren gehört Friedrich von Thun zu den beliebtesten und gefragtesten Fernsehdarstellern im deutschen Sprachraum und ist in Krimis wie dem "Tatort" ebenso zu sehen wie in Literaturverfilmungen. Sein Image als freundlicher, pfiffiger Publikumsliebling hält den vielseitigen Schauspieler jedoch nicht davon ab, mit seiner Branche von Zeit zu Zeit auch ins Gericht zu gehen. "Wir können doch nicht immer nur durch die Gegend pilchern", schimpfte er etwa einmal gegen den Quotenzwang im Fernsehen.

So glücklich er in diesem Mai den Bayerischen Fernsehpreis für den ARD-Film "Helen, Fred und Ted" entgegennahm, so bestürzt zeigte er sich ob des enttäuschenden Publikuminteresses für diese Produktion. Mehr Aufmerksamkeit sichert dem viel beschäftigten Darsteller die ZDF-Serie "Die Verbrechen des Professor Capellari", in der er in Miss-Marple-Manier verzwickte Kriminalfälle löst.

Vor allem in österreichischen Produktionen war von Thun immer wieder in anspruchsvollen Literatur-Verfilmungen zu sehen. So holte ihn Regisseur Axel Corti 1984 für seine Produktion "Eine blassblaue Frauenschrift" nach Franz Werfel, in der von Thun den schwer unter Schuldgefühlen leidenden Beamten Leonidas spielte. Die Produktion wurde ebenso ausgezeichnet wie Cortis 1993 entstandene Arbeit "Radetzkymarsch" nach Joseph Roth. Auch in Stephen Spielbergs Holocaust-Drama "Schindlers Liste" ist er zu sehen.

Begonnen hatte die Karriere des jungen Schauspielers aus altem Adel beim Theater. Als viertes Kind des Grafen Ernst von Thun und seiner Frau Marie Theres Freiin von Wiedersberg in Kwassitz im heutigen Tschechien geboren, wurde Friedrich von Thun mit seiner Familie 1945 interniert und floh 1948 nach Österreich. Seine Schulzeit verbrachte er in der Steiermark und studierte anschließend in München Germanistik und Theaterwissenschaft. Dort nahm er auch Schauspielunterricht.

An den Münchner Kammerspielen gab er in dem König-Ludwig-Drama "Gewitter am See" sein Theaterdebüt. Helmut Käutner entdeckte den jungen Darsteller 1964 für den Film und die Thoma-Verfilmung "Lausbubengeschichten". Ein zweites Standbein schuf sich der Österreicher als Dokumentarfilmer, er porträtierte etwa den Dirigenten Daniel Barenboim, stellte in Reisereportagen exotische Länder vor oder heftete sich in der Serie "Auf rotweißroten Spuren" an die Fersen österreichischer Abenteurer.

Mit seiner ersten Frau, der Designerin Yella, hat von Thun eine Tochter und einen Sohn. Vor acht Jahren hat er die Modedesignerin Gabriele Schniewind geheiratet.

Auf dem Bildschirm war von Thun immer wieder mit der Schauspielerin Senta Berger als Filmpartnerin zu sehen, etwa in "Die schnelle Gerdi" (1988) oder "Liebe und andere Katastrophen" (1999). In scharfem Kontrast dazu stehen seine Arbeiten zu ernsten Themen wie Alter und Tod. So setzt sich etwa die Produktion "Das letzte falsche Kreuz" mit der umstrittenen Frage der Sterbehilfe auseinander. Angesprochen auf solche Drehbücher sagt von Thun: "Die Seele macht einiges mit." Zum Ausgleich gönnt er sich dann ganz bewusst wieder Leichteres wie die Komödie "Mein süßes Geheimnis".

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