Nach Affären Aus für Bayern Journal erwartet

München - Das Wochenend-Regionalprogramm bei Sat.1 und RTL, das Bayern Journal, soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" abgeschaltet werden.

Das Wochenend-Regionalprogramm bei Sat.1 und RTL, das Bayern Journal, soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" abgeschaltet werden. Damit wolle die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) als Aufsicht für das Privatfernsehen die Konsequenzen aus einer Kreditaffäre und einem Schleichwerbeskandal ziehen, schreibt die Zeitung am Donnerstag.

 Bei der BLM hieß es auf dpa-Anfrage, derzeit sei keine Stellungnahme dazu möglich. Die Entscheidung über die Lizenz falle erst bei der Sitzung des Medienrates am 15. Oktober. Die Firma Camp TV, die das Bayern Journal ausstrahlt, hatte sich erneut um die Lizenz beworben. Nach Angaben ihres Anwaltes Michael Scheele zeichnet sich aber schon ab, dass die Bewerbung keine Chance hat. Damit wäre laut Scheele am 25. Oktober für Camp TV Schluss, die Zuschauer würden von November an ein neues Regionalprogramm zu sehen bekommen, das von anderen Medienunternehmen veranstaltet wird.

Das bedeute Arbeitslosigkeit für die Camp TV-Mitarbeiter, sagte Scheele. "20 Familien bleiben auf der Strecke." Das Bayern Journal habe am Samstag Einschaltquoten von im Schnitt 19 Prozent erreicht. Camp TV-Geschäftsführer Ralph Piller will laut Scheele mit einem Eilantrag beim Münchner Verwaltungsgericht den Sendestopp verhindern. Außerdem wolle sich Piller gegen einen vorgesehenen Bußgeldbescheid wehren.

Die Aufsichtsbehörde wolle von Camp TV 100.000 Euro für verbotene Schleichwerbung im Bayern Journal verlangen, bestätigte Scheele den "SZ"-Bericht und wies zugleich den Vorwurf der Schleichwerbung zurück.

Die Medienzentrale lastet Camp TV auch an, dass der inzwischen gestorbene Mitbetreiber Ralph Burkei dem langjährigen Medienratschef und CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Kopka Kredite in Höhe von 215.000 Euro gewährt oder vermittelt hat. Kopka war in dieser Zeit leitend im Medienrat, dem obersten Organ der BLM.

BLM-Präsident Wolf-Dieter Ring geriet wegen der Affäre in den vergangenen Monaten massiv unter Druck, da er von diesen Krediten seit Jahren Kenntnis hatte. Die BLM und Kopka wiesen allerdings jeden Korruptionsverdacht zurück. Es habe keine Entscheidungen des Medienrates an den Gremien vorbei gegeben, betonte Ring bei einer der jüngsten Medienratssitzungen. Alle Entscheidungen seien immer mehrheitlich und transparent gefallen.

dpa

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