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„Pipimann und Pipifrau“ sorgen für Ärger und Belustigung.

Diskussion um Musik-Clip

Tanzende Genitalien in Kinder-TV erregen Eltern

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Stockholm - Aufklärung mal ganz anders: Im schwedischen Kinderfernsehen sorgt ein buntes Musikvideo mit tanzenden Geschlechtsteilen für Belustigung - und jede Menge Ärger.

Kindgerechte, witzige Aufklärung oder einfach nur obszöner Schweinkram? Die Schweden sind ja bekannt dafür, entspannter als andere Länder zu sein, wenn es um nackte Tatsachen geht. Ein Musikvideo des öffentlich-rechtlichen Senders SVT sorgt jetzt aber in dem Land für große Erregung - jedoch keine sexuelle.

In dem Clip, der im Kinderprogramm „Bacillakuten“ lief, hüpften und tanzten männliche und weibliche Genitalien mit Gesicht, Hut, Sonnenbrille und Mikrofon durchs Bild. Dazu singen „Pipimann und Pipifrau“ lachend Zeilen wie „Hier kommt der Penis in vollem Galopp“ und „Die Scheide sitzt da so elegant“.

Klickhit bei Youtube

Auf Youtube wurde das Video seit seiner Veröffentlichung vor zehn Tagen bereits über 2,2 Millionen Mal angeklickt, nachdem die sonst eher prüden Zensoren des Videoportals eine Altersschranke auf Antrag des Senders aufgehoben hatten. In den sozialen Medien wird es wie wild geteilt. 590 erigierte Daumen bekam der Sender von den Usern auf seinem Facebook-Profil.

"Das beste Aufklärungsvideo der Welt"

"Das ist das beste Aufklärungsvideo der Welt", äußert sich eine Twitter-Nutzerin begeistert zu dem "eingängigen Song". "Danke, Schweden!" Viele pflichten ihr bei, finden das knapp einminütige Animationsfilmchen "niedlich".

"Was für ein tolles Lied für die natürlichste Sache der Welt", kommentiert laut metro.com ein Vater, der sich den Clip zusammen mit seiner kleinen Tochter ansah. Diese habe noch fröhlicher als er selbst im Takt gewippt.

"Kranke Sachen"

Doch der Pimmel-Pop treibt so manchem die Schamesröte ins Gesicht. "Was habe ich da gerade bloß gesehen?", fragt einer irritiert. Andere sind da einen Schritt weiter - sie wissen genau, was sie da gesehen haben, und sie sind empört: „Müssen kleine Kinder wirklich solche kranke Sachen sehen?“, regte sich ein Moralapostel auf. "Ich habe mich schon immer gefragt, wie viele Drogen die Leute nehmen, die das Kinderprogramm gestalten", zitiert der Guardian einen Nutzer. Ein anderer forderte sogar, SVT anzuzeigen.

Komponist: "Was soll die Aufregung?"

Die Projektleiterin des Programms, Kajsa Peters, ließ die Zeitung „Expressen“ wissen, der Clip sei auf das Interesse der jungen Zuschauer an dem Thema hin entstanden. „Wir hoffen, dass der Song es leichter für Eltern macht, mit ihren Kindern über Penis und Scheide zu sprechen."

Der Komponist des Glied-Lieds, Johan Homström, der die Zielgruppe bereits mit Werken wie "Pinkeln, furzen und kacken" sowie "Schnecken in meiner Hose" erfreute, versteht den Wirbel nicht: "Die Eltern, die sich aufregen, tun mir leid", sagt er.

hn/dpa

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