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Axel Milberg in „Borowski und das Meer“

Borowski und das Meer

Tatort-Kritik: Plätschert so dahin

Kiel - Ist der Fall gut, sehen meistens auch die Ermittler gut aus, handelt es sich um ein schlechtes Buch, zieht das auch die Schauspieler runter, jedenfalls die, die sich über den „Tatort“ (ARD) hinaus (noch) nicht profilieren konnten.

Axel Milberg ist zum Glück ein Charakterkopf, er ziert auch einen schwachen Krimi wie „Borowski und das Meer“ – obwohl man ihm anzumerken scheint, wie schwer er sich diesmal mit seiner Rolle tut.

Spannende Figuren oder eine originelle Handlung, wie sie Sascha Arango zuletzt in der außergewöhnlichen, zu Recht preisgekrönten Folge „Borowski und der Engel“ gelangen, hatte Autor Christian Jeltsch nicht auf dem Zettel stehen. Es geht um Umweltzerstörung, maximalen Profit auf Kosten der Natur und die plötzlichen Skrupel eines Saulus, der zum Paulus wird. Themen, zu denen Jeltsch und Regisseurin Sabine Derflinger leider nichts Besseres eingefallen ist als auf dem Segelschiff überschäumend feiernde Firmenangehörige, eine kühle Blonde (Karoline Eichhorn) im Glaspalast, die für den Erfolg über Leichen geht, und einen Killer (Aleksandar Tesla), wie er im Buche steht.

So untief wie die Story sind auch viele Dialoge in diesem Krimi. „Finden Sie heraus, wer hinter dieser Erpressung steckt“, weist die Chefin ihren Mann fürs Grobe an, und der Muster-Mitarbeiter namens Adam (Andreas Patton), der plötzlich anders denkt, sagt über seine Vorgesetzte den in solchen Zusammenhängen schon so oft gehörten Satz: „Sie hat mich einfach nur ausgelacht.“ Und immer wenn der Film nur noch träge dahinplätschert, bringen ihn belastende Videos wieder halbwegs in Fahrt.

Inmitten so vieler platter Szenen kann man sich nur mit dem Spiel Milbergs und Sibel Kekillis trösten, die als Borowski und Brandt ihrer Ermittlungsarbeit eine zweite Ebene voller inniger Szenen einziehen. So ist das Spannendste an diesem Film die Frage, ob er sich wohl ein bisschen in sie verguckt hat – oder sie sich in ihn.

Rudolf Ogiermann

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