+
Geständig: Frank Brenner (Götz Schubert, l.) erklärt den Kommissaren Kopper (Andreas Hoppe) und Odenthal (Ulrike Folkerts), wie er gemordet haben will.

ARD-Tatort "Kaltblütig": die TV-Kritik

Kaltblütige Mörder, kaltblütige Ex-Frauen: Im aktuellen "Tatort" wird das Offensichtliche explizit betont. Warum der Ludwigshafener Fall trotzdem sehenswert war, lesen Sie in unserer Kritik!

Ja, ja, wir haben es begriffen: Der Täter im gestrigen „Tatort“ ging kaltblütig vor, die Ex-Frau agierte ebenso. Und auch sonst stand alles im Zeichen des Titels „Kaltblütig“. Warum also musste uns Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in der letzten Szene noch ein weiteres Mal explizit darauf hinweisen? Man weiß es nicht. Doch außer dieser überflüssigen Auf-dem-Silbertablett-Serviererei gab es am Ludwigshafener Fall ausnahmsweise nichts zu meckern. Der Rest blieb bis zum Schluss unklar – und damit spannend und beweglich wie selten ein Odenthal-Krimi.

Es schien ein banaler Beziehungskampf zu sein: Ein Mann steht zwischen zwei Frauen, eine wird schwanger. Also muss sie weg. 20 Minuten, und dieser „Tatort“ hätte vorbei sein können. Hätte. Aber warum zeigt Regisseur Andreas Senn zu Beginn Frau Nummer eins, Ex-Frau (Anna Loos), ausführlichst beim Händewaschen? Ergänzend zu diesen Kliff-Hängern kommt, dass das Dickicht aus Liebes-, Verwandtschafts- und Arbeitsbeziehungen immer dichter wird – und in diesem Odenthal-Krimi die Aufteilung Gut und Böse endlich mal nicht funktioniert. Grandios fies spielt zwar Loos die Ex-Frau, die es nicht für nötig erachtet, ihre Augenringe geschweige denn ihre Hinterhältigkeit zu verdecken. Dagegen lässt Götz Schubert seinen Frank Brenner wunderbar pendeln zwischen einem seelenlosen Barbaren und an Trauer zerbrechenden (Fast-) Witwer.

Und dann wäre da noch die Kommissarin. Im Fall kritisiert sie die nicht vorhandene Trennung von Arbeit und Privatleben noch scharf, doch lässt Autor Christoph Darnstädt (er schrieb auch den ersten „Tatort“-Fall für Til Schweiger) sie selbst in ihrer Zwangs-WG mit Kollege Kopper (Andreas Hoppe) diese auch nicht wirklich schaffen. Leider ist Folkerts nun mal Folkerts, und so bleibt Odenthal als zerrissene Grüblerin starr und unbeweglich. Kopper dagegen ist nicht nur gespielt lässig. Er macht gnadenlos das, was man bei nervtötenden Partnern eben so macht: abhauen, mit Kumpels abtauchen. Und falsch und ohne Rücksicht auf Verluste Pink Floyd schmettern. Ganz schön kaltblütig, der nette Herr Kopper.

Angelika Mayr

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Bachelorette 2018: Der große Kandidaten-Check nach Folge 1
Beim ersten Treffen mit den Bachelorette-Kandidaten 2018 hat sich gleich gezeigt, welche der Männer interessant werden können. Hier der Überblick.
Die Bachelorette 2018: Der große Kandidaten-Check nach Folge 1
Darum verschenkt „Bachelorette“-Kandidat Jorgo ‚seine‘ Zeit!
Jorgo Alatsas bricht in der ersten Folge „Die Bachelorette“ 2018 einen Rekord: Er bekommt die schnellste Rose in der Geschichte der RTL-Kuppelshow! Lesen Sie hier …
Darum verschenkt „Bachelorette“-Kandidat Jorgo ‚seine‘ Zeit!
Patricia Blanco tickt im "Sommerhaus der Stars" 2018 völlig aus
Patricia Blanko hat sich im „Sommerhaus der Stars“ 2018 mal wieder von ihrer richtig guten Seite gezeigt. Sie ging mächtig auf Bobby Anne Baker los.
Patricia Blanco tickt im "Sommerhaus der Stars" 2018 völlig aus
Die Bachelorette 2018: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?
Diese Kandidaten bei „Die Bachelorette“ 2018 haben eine Rose bekommen. Hier finden Sie den Überblick: Wer ist schon raus? Und wer ist noch dabei? Der aktuelle Stand nach …
Die Bachelorette 2018: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?

Kommentare