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Sexunfall oder Mord? Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) ermitteln.

TV-Kritik

Tatort: Spiel mit den Gefühlen

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„Hier geht’s um Emotionen, nicht um Fakten“ – dieser Satz der Castingshowproduzentin eines fiktiven Privatsenders beschreibt das Milieu, in dem dieser „Tatort“ (ARD) spielt, aufs Treffendste. Lesen Sie hier die Kritik:

Dem Erfolg, sprich dem Profit, wird in der (Pop-)Musikbranche alles untergeordnet. Zur Not „fälscht“ man Biografien, um „Superstars“ aufzubauen und optimal zu vermarkten. Wer das Spiel mitspielt, schafft’s (vielleicht) nach ganz oben, wer sich den Machern nicht völlig unterwirft, pfeift bald aus dem letzten Loch. Ähnlichkeiten mit der Realität sind kein Zufall.

Für die Wiener Episode „Sternschnuppe“ hat Drehbuchautor Uli Brée ein bizarres Panoptikum an Figuren erdacht. Einen despotischen Musikmanager mit Vorliebe für riskante Sexpraktiken, eine Ehefrau mit jungem Lover, einen aufgehenden Stern und einen gefallenen Star. Im Zentrum steht die Frage, wer den großen Zampano Udo Hausmann auf dem Gewissen hat, drumherum geht’s um die Liebe zur Musik, um dem Traum von der großen Karriere, um Authentizität und das einst gar nicht so seltene Phänomen, dass man auch ohne Marktforschung zum Idol einer Generation werden kann.

Auf den ersten Blick erscheint die Story um Liebe und (Lebens-)Lügen, um enttäuschte Hoffnungen, Verrat und gegenseitige Verachtung allzu dick aufgetragen – doch je länger man zuschaut, desto mehr illustriert „Sternschnuppe“ mit feinem Witz die Idee von der „gescripteten“ Realität – eine „wahre Geschichte“, die wie gut erfunden wirkt.

Mal mit wienerischer Lakonie, mal hart an der Kitschgrenze geht’s dahin, kontrastiert durch die Reflexionen des Kommissarsduos über das eigene Liebesleben. Harald Krassnitzer als Moritz Eisner und Adele Neuhauser als Bibi Fellner sind hinreißend komisch in ihrer Suche nach dem amourösen Abenteuer, sie sorgen für den Refrain in diesem „Tatort“. Die übrigen Schauspieler haben es da naturgemäß schwer, doch Aglaia Szyszkowitz als Produzentenwitwe, Rafael Haider als Aris und Sabrina Rupp als Vera machen ihre Sache gut.

Bis zum Schluss spielen Autor Brée und Regisseur Michi Riebl mit den Gefühlen von Akteuren und Publikum. Als der aktuelle „Sing-Your-Song“-Finalist am offenen Grab seiner Vorgängerin deren „geklauten“ Titel anstimmt, sagt deren Mutter nach ein paar Takten nur: „Hör bitte auf!“ 

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