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„Summ, Summ, Summ“ aus Münster hatte am 24. März 2013 Premiere und erzielte 12,99 Millionen Zuschauer – drittbester Wert eines „Tatort“ seit 1992. Jan Josef Liefers (li., mit Roland Kaiser) und Axel Prahl in einem „Inferno der Harmlosigkeit“, wie der MM fand. Für Fans am 16. August ein Muss.

Schmackhaftes aus der Konserve

Diese "Tatort"-Folgen bringen Sie durch die Sommerpause

Sieben Wochen Sommerpause - doch wir verraten Ihnen, welche „Tatort“- und „Polizeiruf“-Wiederholungen man anschauen kann und welche besser nicht.

Das berühmte „Sommerloch“ – es tut sich nicht zuletzt im Fernsehprogramm auf, das im Juli und August voller Wiederholungen ist. Auch beim ARD-Premiumprodukt „Tatort“ gibt es derzeit nichts Neues. Die Quoten können trotzdem beachtlich sein – so erzielte die Kölner Folge „Scheinwelten“ von 2013 am vergangenen Sonntag 7,27 Millionen Zuschauer und damit mehr als eine Million mehr als die Erstausstrahlung am Sonntag zuvor. „Schutzlos“ aus der Schweiz hatte es auf lediglich 6,12 Millionen Zuschauer gebracht – schwächster Wert eines neuen „Tatort“ seit fünf Jahren.

Noch sieben Wochen müssen sich die „Tatort“- und „Polizeiruf“-Fans mit Konserven begnügen. Wenigstens ist die Pause kürzer als im vergangenen Jahr. Da begann sie wegen der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien schon am 16. Juni und dauerte bis 24. August. Eigentlich hätte bereits am 3. August 2014 die erste Neuproduktion laufen sollen, doch seien, wie die ARD damals mitteilte, wegen „produktionstechnischer Verzögerungen“ einige neue Filme nicht rechtzeitig fertig geworden.

Aber der eine oder andere Krimi ist durchaus auch ein zweites Mal sehenswert. Des Rätsels Lösung kennt man zwar in der Regel noch, doch die besseren Produktionen bieten mehr als die mehr oder weniger spannende Antwort auf die Frage: „Wer war’s?“ In dieser Hinsicht lohnen auch Wiederholungen (heuer zumeist aus dem Jahr 2013) das Einschalten, sofern an lauen Sommerabenden nicht Terrasse, Balkon oder Open-Air-Konzert die unschlagbare Konkurrenz sind. Am 6. September geht es dann mit Premieren weiter. Zum Auftakt der neuen Saison gibt es gleich wieder einen Fall aus der Schweiz. In „Ihr werdet gerichtet“ mit den Luzerner Kommissaren Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) geht es um einen Heckenschützen, der das Recht in die eigene Hand nimmt.

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„Feuerteufel“ war am 28. April 2013 der erste Fall für die Hamburger Kommissare Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller). Darin geht es um einen Jugendlichen, der Autos anzündet, um seiner Freundin zu imponieren. Ein einsamer Cowboy „hart am Rande des Klischees“, wie der Kritiker damals fand, trifft auf eine Kollegin, die sich schwer tut, „dem sanften Macho Paroli zu bieten“. Trotzdem lohnt sich ein Wiedersehen (an diesem Sonntag, um 20.15 Uhr).

„Fischerkrieg“, ein „Polizeiruf 110“ aus Rostock, lief erstmals am 20. Januar 2013 und beschäftigt sich mit Schwarzfischerei und Menschenschmuggel. Ermittler Alexander Bukow (Charly Hübner, mit Anneke Kim Sarnau als Katrin König) muss zur Kenntnis nehmen, dass sein Vater in schmutzige Geschäfte verstrickt ist. „Nicht der Fall ist das Ereignis, vielmehr sind es die Biografien der Ermittler“, schrieb der Münchner Merkur. Unter diesem Aspekt ist der Krimi (26. Juli) auch ein zweites Mal sehenswert.

„Kaltblütig“, ein „Tatort“ mit den Ludwigshafener Kommissaren Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, li.) und Mario Kopper (Andreas Hoppe, hier mit Anna Loos) wurde am 13. Januar 2013 erstmals ausgestrahlt. Die Ermittler müssen tätig werden, weil sich ein tödlicher Autounfall als Mord entpuppt. Wer Lena-Odenthal-„Tatorte“ mag, sollte sich den 2. August merken, alle anderen nicht.

„Die Heilige“ ist in diesem Münchner „Tatort“ (3. Oktober 2010) eine Justizvollzugsbeamtin (Anneke Kim Sarnau), die einem Häftling zur Flucht verhilft. „Vielschichtiges Psychogramm einer Handvoll Gestrauchelter“, lautete das Urteil der Kritikerin. Einschalten am 9. August!

„Tote Erde“, erstmals ausgestrahlt am 21. Oktober 2012, handelt von Studenten, die Umweltsünder an den Pranger stellen, und von skrupellosen Unternehmern. Unser Kritiker war von diesem „Tatort“-Fall mit Felix Klare (re.) und Richy Müller als Stuttgarter Duo Sebastian Bootz und Thorsten Lannert (hier mit Paula Kalenberg) nicht begeistert. Buch und Regie „liefern eine Story, die nicht gefangen nimmt, und lassen Personal auftreten, das den Zuschauer nicht berührt“. Muss am 23. August nicht nochmal sein.

„Er wird töten“ lief am 9. Juni 2013 das erste Mal – ein Fall für die Bremer Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen). Für Assistent Leo Uljanoff (Antoine Monot jr., Foto) ist der zweite Auftritt zugleich der letzte – er wird ermordet. Eine „krude Geschichte“, die Regisseur Florian Baxmeyer allerdings „in ansprechende Bilder goss“, wie unsere Zeitung damals fand. So gesehen, ist dieser „Tatort“ auch ein zweites Mal zu empfehlen (30. August).

Rudolf Ogiermann

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