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Axel Milberg und Sibel Kekilli ermitte ln gemeinsam.

"Borowski und der brennende Mann"

Kieler Tatort: Ziemlich skandinavisch

München - „Borowski und der brennende Mann“  - in diesem "Tatort" aus Kiel ermittelt zusamen mit Kommissar Borowski eine Kollegin aus Dänemark. Leichen lassen dabei nicht lange auf sich warten.

Geschickte Hände setzen ein altes, zerrissenes Foto wieder zusammen, im Feuerschein glühen Kindergesichter – erschrocken, paralysiert, aber ein bisschen auch fasziniert von dem, was sie da sehen. Die altertümliche Kleidung der Buben und Mädchen und die sepiafarbenen Bildsequenzen künden an, dass es hier um ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit geht, das ans Licht der Gegenwart drängt, um eine kleine Gemeinschaft der Wissenden, die nun unaufhaltsam zerfällt.

Ziemlich skandinavisch kommt dieser neue Kieler „Tatort“ (ARD) daher – und das hat nicht nur damit zu tun, dass an der Seite von Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) eine dänische Kollegin ermittelt. Die winterliche Landschaft strahlt Kälte und Unerbittlichkeit aus, das erste Opfer findet einen grausamen Tod, und es dauert nicht lange, bis die nächsten Leichen gefunden werden.

Daniel Nocke schrieb das Buch zu diesem Fall über ein tragisches Missgeschick, das wie ein Fluch diejenigen beherrscht, denen es einst passiert ist, Regisseur Lars Kraume findet für „Borowski und der brennende Mann“ Bilder voller Lakonie, so spröde wie der Norden – oder wenigstens wie das Bild, das man vom Land zwischen Nord- und Ostsee hat. Milberg, der aus Kiel stammt, findet für seine Figur die richtige Mischung zwischen Schroffheit und Sensibilität, zwischen Kotzbrocken und herzensgutem Kumpel. Das passt – nicht nur zu diesem Krimi, bei dem man sich ansonsten fragen muss, ob die Hierarchien stimmen, wenn der Vorgesetzte des Ermittlers (Thomas Kügel als Kriminalrat Thomas Schladitz) derart unprofessionell in eigener Sache agiert.

Dafür versöhnen Nocke und Kraume mit einer Prise Zoff zwischen Borowski und seiner Assistentin Sarah Brandt (Sibel Kekilli), einem Hauch Erotik (Lisa Werlinder mit gut dosiertem Vivi-Bach-Charme) und vor allem mit einem spannenden Showdown im Krankenhaus, so gespenstisch anmutend wie der ganze Film . Grandios Johanna Gastdorf als zu allem entschlossenem Opfer eines nicht enden wollenden Traumas.

Es muss nicht immer ein Schwedenkrimi sein, es reicht, wenn deutsche Krimimacher – fast ein wenig augenzwinkernd – zeigen, dass sie auch diese Farbe beherrschen.

Rudolf Ogiermann

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