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Der erste Drehtag: Die Schauspieler Fabian Hinrichs, Dagmar Manzel, Eli Wasserscheid, Mohamed Issa mit Regisseur Markus Imboden (v.l.n.r.).

Heikles Thema wird aufgegriffen

Neuer Franken-Tatort: Flüchtlings-Drama mit Todesopfer

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Nürnberg - Aktuell wird der dritte Tatort aus Franken gedreht. Das Thema ist brandaktuell. Bei dem Flüchtlings-Drama war auch den Redakteuren nicht immer ganz wohl.

Franken-Tatort, der Dritte! Seit Dienstag laufen die Dreharbeiten für den neuen Film mit den Hauptkommissaren Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs). Gedreht wird in Nürnberg und Bamberg - und das Thema ist so beklemmend wie aktuell. In "Am Ende geht man nackt" (Regie: Markus Imboden, Drehbuch: Holger Karsten Schmidt) geht es um einen Anschlag auf ein Flüchtlingsheim, der ein Todesopfer fordert: die junge Kamerunerin Neyla (Dayan Kodua).

In der Maske: Fabian Hinrichs (hinten) und Dagmar Manzel vor dem Drehstart.

Als der Brandsatz flog, war sie im Nebenraum der Gemeinschaftsküche, der Fluchtweg durch eine nur von der Küche aus zu verriegelnden Tür war versperrt. Sie konnte nicht entkommen und erstickte. Und genau diese Tatsache wirft Fragen auf: Hat jemand von der Küche aus die Tür verriegelt? Gibt es zwei Täter?

Ermittlerin Ringelhahn ist mit ihren Kollegen Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) und Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt) sofort vor Ort. Kommissar Voss (Fabian Hinrichs) befindet sich da noch auf dem Weg zurück aus dem Urlaub. Und genau das bringt den Ermittler auf eine Idee: Da ihn in der Flüchtlingsunterkunft noch niemand kennt, beginnt er getarnt als tschetschenischer Flüchtling vor Ort zu ermitteln - und deckt schnell einige Ungereimtheiten auf…

"Vielfach Blut und Wasser geschwitzt"

BR-Redakteurin Stephanie Heckner (r.) mit den Kommissaren Ringelhahn (Manzel, l.) und Voss (Hinrichs).

Insgesamt ein heikles Thema, bei dem die Produzenten Taktgefühl beweisen mussten. "Wir haben bei der Entwicklung des Drehbuchs vielfach Blut und Wasser geschwitzt, weil sich die Vorzeichen ständig änderten, die Brisanz wuchs und die Herkunftsländer der Flüchtlinge wechselten", berichtet BR-Redakteurin Stephanie Heckner. "Mir ist persönlich und ganz grundsätzlich nicht wohl dabei, dass wir mit diesem Film einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Bamberg inszenieren und somit ein solches Verbrechen fiktiv in die Welt setzen, das so nie passieren dürfte und dennoch real passiert."

Allerdings habe dieser Tatort eine wichtige Aufgabe und Botschaft. "Wenn wir ein Millionenpublikum erreichen und es vielleicht schaffen, diejenigen zu einem Perspektivwechsel verführen, die ängstlich gegenüber Fremden sind, dann würde uns das freuen", so Heckner. "Der neue Franken-Tatort möchte dazu ermuntern, in Menschen aus anderen Kulturen eine Bereicherung zu sehen." Die Dreharbeiten laufen noch bis Anfang September, eine Ausstrahlung ist für kommendes Jahr geplant.

Hier sehen Sie den Tatort live im TV und im Stream.

lm

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