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Der Entführer im Kreuzverhör: Uwe Braun (l., Edgar Selge) muss Kriminalhauptkommissar Till Ritter (Dominic Raacke) in dem Tatort „Machtlos“ Rede und Antwort stehen.

Machtlos

Tatort: Deshalb sorgte "Machtlos" für Gänsehaut

Berlin - Der zehnjährige Sohn eines Berliner Bankdirektors wird entführt. Nachdem Benjamin aus dem Musikunterricht verschleppt wurde, glaubt man zu erahnen, was kommen wird:

Ein Krimi in Anlehnung an die tragische Ermordung des Frankfurter Bankierskindes Jakob von Metzler.

Doch Drehbuchautor und Regisseur Klaus Krämer führt den Zuschauer sehr clever das erste Mal in die Irre. Viele weitere Hakenschläge bis zur Lösung des ungewöhnlichen Falles werden folgen. Denn im Zentrum dieses „Tatorts“ mit dem Titel „Machtlos“ steht nicht die Suche nach dem Täter. Es dreht sich alles um jene, die in der Geschichte machtlos sind: die verzweifelten Eltern des Kindes, die mühsam beherrschten Kriminalbeamten, die Angehörigen des Täters und letztlich auch der Entführer mit seiner schiefen, unselig mit dem Bankier verbundenen Biografie. Ab seinem ersten Auftritt zur Geldübergabe auf dem Alexanderplatz gehört dieser „Tatort“ ganz Edgar Selge, der seinen Charakter sehr fein zwischen Wahnsinn und Verzweiflung pendeln lässt.

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Aber auch Boris Aljinovic und Dominic Raacke hat man selten so überzeugend und doch zurückgenommen spielen sehen. Sogar die hervorragend besetzten Eltern, Horst-Günther Marx und Lena Stolze, holen aus ihren undankbaren, da so eng vorgegebenen Rollen das Maximalmögliche heraus. Vom ersten Quietschgeräusch der Schaukel an macht Krämer deutlich, dass er diesen „Tatort“ bewusst von den Konventionen des Formats absetzen möchte. Kein Pistolengewedel, keine Action. Stattdessen ein betont nüchternes Kammerspiel, das mit wenigen Personen auskommt, auf Gesten, Mimik und Licht Wert legt und gelegentlich sogar einen kleinen Einblick in die Polizeiarbeit gewährt.

Ulrike Frick

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