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Reinen Tisch macht Jakobi (Martin Feifel) bei einer seiner Geliebten (Juliane Köhler).

Fernsehkritik

„Tatort“ Beziehungschaos

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Um einen Architekten, der auch privat zu viele Baustellen hat, ging es im jüngsten „Tatort“ aus München. Ein ansehnlicher, gut gespielter Krimi über gebrochene Frauenherzen mit einem etwas weit hergeholten Mordmotiv. 

München - „Wo steht geschrieben, dass man im Leben nur eine Frau lieben darf?“ – eine im ersten Moment entwaffnende Frage, die „Stararchitekt“ Thomas Jacobi (Martin Feifel) den Kommissaren Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) da stellt. Natürlich ist das nicht „verboten“, aber ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, wenn ein Mann mit mehreren Frauen gleichzeitig eine Beziehung hat (oder umgekehrt).

Die (kriminelle) Energie, die entstehen kann, wenn das Lügengebäude eines nicht weniger als fünf Liebschaften parallel managenden Mannes in sich zusammenstürzt, treibt den jüngsten „Tatort“ (ARD) aus München an. Lauter nicht mehr ganz junge Frauen präsentiert Drehbuchautorin Katrin Bühlig da, jede auf eigenen Beinen stehend, zumindest auf den ersten Blick – und jede (mit einer wissenden Ausnahme) überzeugt davon, die Einzige zu sein. Und entsprechend traurig und wütend, als sie erfährt, dass dem nicht so ist.

Bühlig und Regisseur Rainer Kaufmann verzichten auf große, bildgewaltige Schlachten in diesem Krieg an mehreren Fronten, sie zeigen stattdessen sehr subtil die brechenden Herzen von Nicole (Hanna Scheibe), Andrea (Juliane Köhler) und Heike (Anastasia Papadopoulou), kontrastiert durch die positiven Gefühle der potenziell Nächsten im Reigen, Anne Marie (Genija Rykova). Kaufmann erzählt „Die Liebe, ein seltsames Spiel“ durchaus als Krimi mit allen seinen Ritualen und schafft es gleichzeitig, ihm einen mal heiteren, mal lebensklugen Ton zu geben.

Feifel, den man schon lange nicht mehr so gut gesehen hat, verleiht seiner Figur etwas anziehend Abgekämpftes. Er zeigt den Architekten, der (auch) privat zu viele Baustellen hat, als einen, dem die Lust längst zur Last geworden zu sein scheint. Und natürlich spiegelt sich das Sujet des Filmes wieder einmal im Privatleben der Kommissare, namentlich in dem Batics, der so lange die heiße Affäre mit einer verheirateten Frau genießt, bis er erkennen muss, das auch sie „polyamor“ ist.

Dass das Motiv für den ersten Mord, der den Stein ins Rollen bringt, etwas weit hergeholt wirkt, ist wohl eine Konzession an die Gesetze des Genres. Zu wenig schlimm, als dass es unverzeihlich wäre. 

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