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Beistand von oben braucht das neue „Tatort“-Team nicht. Bei der Premiere im Signal-Iduna Park in Dortmund wurden die Schauspieler (v.l.) Stefan Konarske, Aylin Tezel und Jörg Hartmann bejubelt.

Überraschung bei der Premiere

Dortmund-"Tatort": Fans feiern schroffen Kommissar

Dortmund - 1200 Zuschauer besuchten die Premiere im Signal-Iduna-Park des neuen „Tatort“-Teams aus Dortmund mit Jörg Hartmann als sperrigem Hauptkommissar. Die ARD zeigt den „Tatort“ am 23. September. Die Kritik:

Update: Inzwischen haben die Dortmunder Ermittlern Faber, Bönisch, Dalay und Kossik drei weitere Fälle gelöst. Mehr Projekte sind bereits in Planung. Die nächste Folge mit dem Titel "Tatort: Hydra" soll Ende 2014 ausgestrahlt werden.

„Kann doch nicht sein, dass dieses Sackgesicht unser neuer Chef ist“, regt sich Kriminaloberkommissar Daniel Kossik im Zimmer eines toten Studenten auf. Kossiks neuer Vorgesetzter heißt Peter Faber, Mitte 40, ein schwieriger Mann mit undefinierbaren Problemen. Er trägt einen braunen Parka, den er nie auszieht. Er ist einer, der kalte Ravioli direkt aus der Dose isst und in seinem Büro schläft. „Er ist keiner, den die Zuschauer liebhaben. Kein Sausack, aber ein sperriger Typ“, beschreibt Schauspieler Jörg Hartmann seine Rolle des Hauptkommissars Faber im neuen Dortmunder „Tatort“ mit dem Titel „Alter Ego“.

Die Ermittler der Mordkommission lernen ihren Chef Faber, der von Lübeck nach Dortmund gewechselt ist, am Tatort kennen, nicht im Präsidium. Faber hält sich nicht mit Höflichkeiten auf: Statt die ihm entgegen gestreckten Hände zu schütteln, sagt er: „Ich habe Ihre Personalakte gelesen, und Sie haben mich gegoogelt, reicht doch.“ Manche Zuschauer lachen, andere sind erstaunt über den schroffen Kommissar. Diese gespaltene Reaktion auf der Stadion-Tribüne zieht sich durch die ganze Vorführung.

Faber konzentriert sich wieder auf die nackte Leiche, die der Mörder in ein weißes Laken eingewickelt hat. Er ermittelt ungewöhnlich, setzt sich von den bisherigen „Tatort“-Kommissaren ab. In seinem ersten Dortmunder Fall versetzt er sich in die Gedanken eines Mörders im Schwulenmilieu. Kein brisanter Plot, aber trotzdem sehr sehenswert.

Obwohl sich Fernsehpreis-Gewinner Jörg Hartmann am ersten Drehtag in seiner Rolle „ziemlich fremd gefühlt“ hat, wie er sagt, spielt er Faber souverän und an der Grenze zur Übertreibung. Zwischendurch blitzt etwas Irres auf – eine Ermittlungstaktik, die den Fall voranbringt.

Zum ersten Mal in der „Tatort“-Reihe gibt es vier Ermittler. Neben Hartmann spielen überzeugend Anna Schudt, Aylin Tezel und Stefan Konarske mit. Die Rolle des Faber sei „1a, die drei anderen 1b“, erklärt der Routinier als „Tatort“-Regisseur Thomas Jauch. Und doch kommt der neue Dortmund-„Tatort“ nicht ganz ohne Revier-Klischee aus: Ein Taubenschlag-Opa im Flanellhemd trauert um seinen toten Sohn. Aber das war’s. Statt schäbiger Ecken aus Problemvierteln zeigt der Regisseur eine Hochglanz-Stadt.

Joe Bausch, der im Kölner „Tatort“ den Gerichtsmediziner gibt, lobte nach der viel beklatschten Premiere: „Davon möchte ich mehr sehen.“ Und Kollege Claus Dieter Clausnitzer, der im Münster-„Tatort“ Kommissar Thiels Vater als Taxifahrer spielt, sagte anerkennend: „Es sieht so aus, als könnten sich die Charaktere toll entwickeln.“ Die zweite Folge ist bereits abgedreht. Sie wird dann im November in der ARD ausgestrahlt.

Alle Tatort-Teams ab Herbst 2012

Von Miriam Sahli

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