Lufthansa zieht Angebot zu Niki zurück - Air Berlin prüft Alternativen

Lufthansa zieht Angebot zu Niki zurück - Air Berlin prüft Alternativen
+
Kriminalhauptkommissare Conny Mey (Nina Kunzendorf) und Frank Steier (Joachim Król) ermitteln im Frankfurter Tatort "Im Namen des Vaters".

"Zu viel Naturalismus"

TV-Kritik: So war der Tatort aus Frankfurt

München - Alkoholismus im Prekariat ist das Leitmotiv in „Im Namen des Vaters“, dem aktuellen ARD-„Tatort“ aus Frankfurt. Die TV-Bildsprache ist trostlos und brutal - und zu viel Naturalismus schadet der Glaubwürdigkeit, urteilt unser Autor.

Rausch und Kater gehören oft zusammen, nicht zuletzt zum Jahreswechsel. Und wer hier zu Beginn die Kripo in der Silvesternacht feiern sieht, ahnt – nicht nur, weil es sich um einen Krimi handelt –, dass es die Beamten am nächsten Morgen mit einer Leiche zu tun haben werden. Alkoholismus im Prekariat ist das Leitmotiv in „Im Namen des Vaters“, dem jüngsten ARD-„Tatort“ aus Frankfurt am Main. Die Armen trinken sich um den (Rest-)Verstand, das ganze Stadtviertel scheint an der Flasche zu hängen, der Pfarrer (Florian Lukas) inklusive.

Autor und Regisseur Lars Kraume taucht tief hinein in eine Welt, in der aller Schmerz mit Sprit betäubt wird, in der man sich den anderen schön säuft, sich schlägt und sich verträgt in schnellem Wechsel. Doch Kraumes Bilder sind oft allzu gewollt trostlos und brutal – und zu viel Naturalismus schadet der Glaubwürdigkeit. Noch dazu, wenn man andererseits bis in die Nebenrollen hinein mit Darstellern arbeitet, die nach Frankfurt passen wie die Costa Concordia auf den Main. Kein Dialekt, nirgends, nicht mal in der kleinsten Eckkneipe – wie das echt wirken soll, bleibt das Geheimnis der Redaktion.

Alle Infos zum Tatort

Dieser Mangel wiegt umso schwerer, als auch die Geschichte um den gewaltsamen Tod einer am Leben Gescheiterten eindimensional ist – und zuletzt nur noch um die Frage kreist, ob der Hauptverdächtige (Rainer Bock) auch tatsächlich der Täter war. Völlig unverständlich, warum Kraume hierfür zwischendurch das Stilmittel des Splitscreens wählt, das einen ungewöhnlichen Ermittlungsaufwand nur vorspiegelt und den Zuschauer vor allem verwirrt.

So bleiben als Lichtblick neben Paulus Manker als verrohtem Lebensgefährten der Toten lediglich die Kommissare, die leider in dieser Zusammensetzung nur noch einmal zu sehen sein werden. Joachim Król als selbst gegen die Sucht ankämpfender, brummiger Frank Steier und Nina Kunzendorf als kumpelige Conny Mey schaffen mit ihrem fein dosierten Spiel Inseln der Authentizität in einem Meer der Künstlichkeit.

Rudolf Ogiermann

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dschungelcamp 2018: Starttermin steht endlich fest
Dschungelcamp 2018: Der Starttermin steht endlich fest. Hier finden Sie alle Informationen zu den Sendeterminen.
Dschungelcamp 2018: Starttermin steht endlich fest
Netflix-Serie „Dark“: Wird es eine zweite Staffel geben?
„Dark“ ist nicht nur von deutschen Mystery-Fans euphorisch aufgenommen worden - auch die amerikanische Presse feiert die erste deutsche Netflix-Serie. Nach den zehn …
Netflix-Serie „Dark“: Wird es eine zweite Staffel geben?
Geht das Dschungelcamp 2018 später los als in den Vorjahren?
Und jährlich grüßt das Känguru: Auch im Januar 2018 werden wieder so genannte Stars ins Dschungelcamp einziehen, zum Beispiel ein Schlagerstar, ein Model und eine …
Geht das Dschungelcamp 2018 später los als in den Vorjahren?
Steffen Henssler: „Muss als neues Sendergesicht erstmal ankommen“
Steffen Henssler hofft bei der dritten Ausgabe seiner ProSieben-Spielshow „Schlag den Henssler“ auf bessere Quoten, weiß aber auch, dass er noch Zeit benötigt.
Steffen Henssler: „Muss als neues Sendergesicht erstmal ankommen“

Kommentare