Tatort: Die halblegale Welt des "Schnitzelkönigs

München - Der „Tatort“ (ARD) leidet schon mal darunter, dass die Drehbuchschreiber die Handlung in ein bestimmtes Milieu einzubetten haben. Hier die Kritik zum aktuellen Tatort.

Die Geschichte versinkt dann oft, wie neulich in der Münchner Folge „Um jeden Preis“, in einem Sumpf von Klischees. Das musste man auch diesmal befürchten, als die Berliner Kommissare Ritter (Dominic Raacke) und Stark (Boris Aljinovic) in „Schweinegeld“ schon nach wenigen Minuten das Reizwort „Gammelfleisch“ in den Mund nehmen.

Kommissare beim Kultkrimi

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Doch dann führt uns der Fall in die bestenfalls halblegale Welt des „Schnitzelkönigs von Berlin“, Hans Merklinger, der eine Entführung nicht überlebt hat. Für 4,50 Euro die Stunde, so lernen wir, kann man einen bulgarischen – oder eben zwei ukrainische Metzger anstellen. Um Subventionen einzustreichen, fährt die Firma Merklinger Fleisch in die Ukraine, lässt es umetikettieren und fährt es zurück, um doppelt zu kassieren.

Das Tatort-Quiz

Das Tatort-Quiz - Sind Sie ein Experte?

Das ist allemal genug Stoff für einen politisch engagierten und recht komplexen „Tatort“. Warum der kantige Ritter diesmal mit Kopfverband aus der Klinik heraus ermitteln muss, bleibt allerdings das Geheimnis der Autoren. Dass er fehlt, zeigt sich etwa in der Szene, wo er seinen biederen Partner bei einem Besuch im Spital gekonnt veräppelt.

Alle Tatort-Teams ab Herbst 2012

Thierry Backes

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