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Ihr zweiter Einsatz: Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller).

„Mord auf Langeoog“

TV-Kritik: Hamburg-"Tatort" geht in den Dünen unter

Eine Bluttat ohne Thrill, düstere Bilder ohne Effekt und ein vorhersehbares Ende: Der zweite Fall für die Hamburger "Tatort"-Ermittler überzeugt nur bedingt. Lesen Sie hier unsere Kritik:

Der Wind pfeift pausenlos über die Dünen, das Meer rauscht unentwegt, hinter den Fenstern der kleinen Häuser halten sich die Insulaner an Teetassen oder Bierflaschen fest. Eine abgeschlossene Welt, in die das Verbrechen Einzug gehalten hat, will Autor und Regisseur Stefan Kornatz in „Mord auf Langeoog“ zeigen, dem zweiten Einsatz der Hamburger ARD-„Tatort“-Kommissare Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller). Doch der geheimnisvolle Zauber der Nordseeinsel überträgt sich nicht auf die Geschichte, die leider ziemlich konventionell abgespult wird.

Am spannendsten, echtesten wirken noch die Auseinandersetzungen zwischen den alten Freunden Falke und Katz einerseits und dem Ehepaar Katz (Sebastian Schipper und Laura Tonke) andererseits, die der Mordverdacht gegen den jungen Florian (Leonard Carow) auslösen. Der eigentliche Fall um die Bluttat an einer Künstlerin fesselt dagegen keine Sekunde. Immer wieder lässt Kornatz seine Protagonisten in düsteren, verlassenen Räumen nach Beweisstücken stöbern – doch der Thrill, der solchen Szenen anderswo innewohnt, stellt sich hier nicht ein. Was hätte – hier muss es einmal gesagt werden – der Regisseur eines Schwedenkrimis aus solchen Sequenzen und Schauplätzen gemacht? Auch die Lösung des Falles wirkt konstruiert. Musste wohl so sein, dass der klamme Kapitän Reinders der Täter ist. Ein so prominenter Schauspieler wie Rainer Bock wird nicht für eine Statistenrolle engagiert.

Möhring, den man in anderen Rollen schon viel besser sah, und Schmidt-Schaller merkt man an, dass sie mit ihren neuen Aufgaben noch immer fremdeln. Am schlechtesten hat es jedoch Nina Kunzendorf erwischt. Die Darstellerin der ehemaligen Frankfurter „Tatort“-Kommissarin Conny Mey muss hier eine toughe Kommissarin geben, der die „privat“ ermittelnden Kollegen von Minute zu Minute mehr zeigen, wie schlecht sie ihre Arbeit macht. Nein, auch der zweite Krimi mit Falke und Lorenz kann nicht überzeugen. Vom Winde verweht.

Rudolf Ogiermann

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