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Maria Furtwängler stürzt sich als Kommissarin Lindholm in ein Liebesabenteuer mit einem Offizier.

ARD-Fernsehabend am Sonntag

Tatort: Peinliche Szenen und Krimi im Sturzflug

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Hamburg - Statt Terror mit Til Schweiger zeigte die ARD einen neuen Tatort mit Maria Furtwängler alias Kommissarin Charlotte Lindholm. Dieser liefert teils peinliche Szenen - und einen toten Kai Diekmann.

Update vom 29. November 2015: Heute Abend wird es wieder gruslig im Kieler Tatort - Lars Eidinger stellt erneut den furchteinflößenden Serienmörder Kai Korthals dar. Was Borowski-Darsteller Axel Milberg darüber denkt und ob er sich gegruselt hat, verrät er im Interview.

„Diese Männer geben Deutschland viel“, sagt die Soldatenwitwe, „Meine Leute haben es schwer genug“, bittet der Oberst um Verständnis für seine Untergebenen. Ein merkwürdiges Bild der Bundeswehr zeichnen die Macher der jüngsten ARD-„Tatort“-Folge mit Maria Furtwängler als LKA-Ermittlerin Charlotte Lindholm. An diesem Standort jedenfalls gibt es vor allem Truppenangehörige, die ihre Frauen schlagen, und solche, die ihren Sold verspielen. So viel Labilität auf einem Haufen – und das bei der Luftwaffe.

Autor (zusammen mit Susanne Schneider) und Regisseur Hartmut Schoen installiert die Kommissarin in „Spielverderber“ als Speerspitze des Rechtsstaats in einem Milieu, in dem es erste Bürger-in-Uniform-Pflicht zu sein scheint, Konflikte auf eigene Faust zu lösen und sich ansonsten einzuigeln. Doch obwohl Lindholm-Furtwängler stets (über-)deutlich signalisiert, dass es so nicht geht und dabei selbst munter die Regeln missachtet, transportiert der Film die unüberseh- und unüberhörbare Botschaft vom Dolchstoß durch Untreue.

Daran ändert auch das amouröse Abenteuer der Ermittlerin mit dem sanften Offizier (Richard van Weyden) nichts, zumal es richtig schlecht gespielt ist. Mal taff, mal schwach, mal trotzig-weinerlich – je länger „Spielverderber“ dauert, desto mehr gehen dieser Krimi und seine Hauptprotagonistin in einen Sturzflug über, noch beschleunigt durch die peinlichen Szenen von Mutter und vernachlässigtem Sohn.

Auch die meisten anderen Darsteller müssen angesichts dieses Plots kapitulieren – dabei hatte der Film dank einiger gut gefilmter Horrorsequenzen ganz vielversprechend angefangen. Nur Jasmin Gerat als betrogener Soldatin gelingt es, ihrer Figur ein wenig Leben einzuhauchen. Ex-„Bild“-Chef Kai Diekmann kann froh sein, dass er nur als Leiche vorkommt.

Rudolf Ogiermann

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