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Die Schauspieler Petra Schmidt-Schaller als Kommissarin Katharina Lorenz und Wotan Wilke Möhring als Kommissar Thorsten Falke

"Die Feigheit des Löwen"

„Tatort“ aus Hamburg: Mehr Drama als Krimi

Es geht um Krieg, es geht um Menschenhandel - aber es geht nicht wirklich um eine Kriminalgeschichte. Warum "Die Feigheit des Löwen" mehr Drama, aber trotzdem nicht schlecht ist.

In einigen Punkten fühlt sich der „Tatort“ fast wie ein Déjà-vu des vorherigen Falls „Eine Frage des Gewissens“ an: Ein Polizist erschießt einen Angreifer, auf Männerfreundschaft ist immer Verlass, dem Bösen ist die Boshaftigkeit anzusehen und am Ende gibt’s den Suizid des Täters.

Die Geschichte aber ist eine andere: „Die Feigheit des Löwen“ thematisiert den syrischen Bürgerkrieg – und verliert sich dabei ein wenig. So richtig kriminalistisch wird es nicht, trotz großer Brutalität. Weder die Verfolgung des vermeintlichen Menschenhändlers Faisal Azim (Tamer Yigit), noch der Mord an Ahmad Shuk (Hasan Ali Mete) nimmt viel Platz ein – Letzterer wird ungewöhnlich schnell von den Kommissaren Falke (Wotan Wilke Möhring) und Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) gelöst. Wie und warum der Mörder nach Deutschland kam, ist eine originelle Idee mit Potenzial – bildet aber nicht mehr als eine Randnotiz. Verschenkt. Auch an anderen Stellen hapert’s. Bei der Vernehmung von Raja Hoffmann (Daniela Golpashin) will dramatische Musik beispielsweise Spannung suggerieren, die nicht da ist.

Der Fokus von „Die Feigheit des Löwen“ liegt vor allem auf Kommissar Falke, dem das System nicht passt, für das er arbeitet. Der Anti-Held mit markanten Gesichtszügen und kritischem Blick, der gegen die Regeln spielt, gut mit dem verstörten Buben aus Syrien klarkommt und am Ende doch nicht alle retten kann. Die Autoren scheitern an den Dialogen, vor allem was das Kommissarenpaar anbelangt. Locker-frech soll der Schlagabtausch der beiden sein, kommt aber meist nur hölzern daher. Die sich anbahnende Liebelei ist eine angenehme Verschnaufpause von barbarischen Taten – und tatsächlich sprühen für mindestens zehn Sekunden die Funken. Aber auch das wird fix wieder ad acta gelegt.

„Sie haben den Krieg hierher geholt“, sagt Falke zu Raja Hoffmann und unterstreicht damit, dass dieser „Tatort“ gar nicht schlecht ist. Als Drama mit dem Syrien-Konflikt als Grundlage allerdings hätte er besser funktioniert.

Julia Haller

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