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Ein Freund, ein guter Freund: Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, r.) hat sich schnell mit seinem Ex-Kollegen Jan Katz ( Sebastian Schipper) versöhnt. Im Hintergrund die Neue, Katharina Lorenz ( Petra Schmidt-Schaller).

„Feuerteufel“

Tatort-Kritik: So ist der Neue aus Hamburg

Hamburg - Wotan Wilke Möhring kann den „Tatort“ um einen interessanten Charakter bereichern – wenn man ihn lässt. Lesen Sie hier die Kritik des Hamburg-Tatortes „Feuerteufel“:  

Der Ermittler mit intakter Familie, mit Frau und zwei Kindern – er ist und bleibt eine Rarität im „Tatort“. Und so muss Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring), der Neue in Hamburg, die Frage: „Na, Schatz, wie war Dein Tag?“ eben seiner Katze stellen. Mit besonderer Spannung wurde der erste Auftritt Möhrings als neuer Fernsehkommissar von Deutschlands Krimifans erwartet – schließlich war hier nicht nur ein „normales“ Debüt zu besichtigen und zu begutachten, sondern auch eine Art „Fernduell“. Gerade erst hat Til Schweiger ebenfalls in Hamburg seinen ersten Fall gelöst – unter großer Anteilnahme des Publikums.

Gänzlich Unerwartetes, so viel steht nach der Ausstrahlung von „Feuerteufel“ fest, bietet auch der von Möhring verkörperte neue Ermittler nicht. Die Macher verpassten ihm das – zweifellos perfekt sitzende – Rollenprofil des Kumpels zum Pferdestehlen, der aus dem Bauch heraus handelt. Und als ob es nur des guten Namens bedürfe, um einen guten Film zu machen, liefert das Drehbuch von Markus Busch Charakterbausteine hart am Rande des Klischees. Falke trinkt Bier aus der Flasche und Milch aus der Tüte, ein bester Freund bedeutet ihm viel mehr als jede noch so verständnisvolle Ehefrau oder Freundin.

Und so nimmt die Auseinandersetzung mit dem Kollegen Jan (Sebastian Schipper), der sich heimlich hausintern wegbeworben hat, breiten Raum ein in diesem ersten Film und liefert dem Zuschauer erst Schreierei („Du bist’n Scheißverräter!“) und dann – viel zu früh – Versöhnung bei Pizza und Pils. „Kannste nicht zurückkommen?“, flüstert Falke zwischen zwei, drei Fläschchen, und es klingt ein bisschen so, als gelte es, die erste große Liebe zu kitten.

Was nicht heißt, dass der Mann mit dem kantigen Gesicht nicht auch Augen für das andere Geschlecht hätte. Es dauert gar nicht lang, bis Falke seiner neuen Kollegin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) einen ersten intensiven Blick zuwirft, der in allen Farben schillert. Nur wenige Minuten zuvor hatte er gegenüber seinem Vorgesetzten noch den bösen Satz „Ich brauch’ die nicht!“ herausgepresst.

Keine Frage, Möhring, der vielfach Ausgezeichnete, hat die Fähigkeit zu großer Tiefe, sein Kommissar ist definitiv aus Fleisch und Blut – das hat er dem manchmal wie eine Comicfigur agierenden Til Schweiger voraus. Allerdings gibt es für ihn – außer seinem Buddy Jan – kein echtes Pendant, denn Schmidt-Schaller tut sich erstaunlich schwer als junge Kollegin, die mit ihrem hübschen Köpfchen auch einmal durch die Wand will und soll. Da muss sich die Schauspielerin noch steigern, um dem Anspruch an eine solche Rolle, Verbrechen aufzuklären, zu genügen. Und vor allem – um dem sanften Macho Falke Paroli zu bieten.

Und der Fall? Zerfällt in zwei Hälften. Hier die gut gefilmte Geschichte eines perspektivlosen Jugendlichen (beeindruckend: David Berton) aus dem Problemviertel, der Autos anzündet, um seiner Freundin zu imponieren, dort das Porträt eines Mannes (geheimnisvoll: Bernhard Schütz), den – wie sich am Ende herausstellt – die sinnlose Aktion des Feuerteufels auf eine mörderische Idee gebracht hat. Die Probleme der Mittel- und der Unterschicht, Bürgerwehr und Polizei, Gewalt und Selbstjustiz – auch hier wird nichts überbetont oder zugespitzt (Regie: Özgür Yildirim). Aber vielleicht ist genau das der Grund, warum einen diese Premiere ein wenig ratlos zurücklässt. Irgendwie hat man doch mehr erwartet.

Rudolf Ogiermann

Kommissare beim Kult-Krimi

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

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