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Wotan Wilke Möhring als Kommissar Thorsten Falke und Petra Schmidt-Schaller als Kommissarin Katharina Lorenz ermitteln im Tatort aus Hamburg.

TV-Kritik

So war der Tatort aus Hamburg

Hamburg - Bei diesem „Tatort“ heißt das Ermittlerteam eigentlich nicht Falke und Lorenz, sondern Lorenz und Falke – Kommissarin Katharina Lorenz übernimmt die Hauptrolle, wenn auch unfreiwillig als Geisel auf einer Wohltätigkeits-Gala.

Von Beginn an setzt sich die Polizistin in ihr durch: Keine Sekunde lässt sich Kommissarin Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) in die Opferrolle drängen, was für Spannung zwischen ihr, den Gangstern und den anderen Geiseln sorgt. Falke (Wotan Wilke Möhring) draußen vor der Tür gelingt es währenddessen zu schnell, die Hintergründe der Aktion zu durchschauen.

Am Rande wird in „Frohe Ostern, Falke“ (Buch und Regie: Thomas Stiller) angesprochen, worum es sowohl den Gästen der Gala in Hamburg als auch der als „böse Osterhasen“ verkleideten Bande ebenfalls nur scheinbar geht: die Flüchtlingspolitik und das Schicksal derjenigen, die in Deutschland Hilfe suchen. Diese Kritik an der Gesellschaft geht jedoch unter, sobald sich die Geschichte dem Chef-Bösewicht Frank (Thomas Sarbacher) zuwendet, der nicht nur 60 reiche Hamburger, sondern auch seine Komplizen als Geiseln nimmt. Die Optik dieses „Tatort“ gewinnt viel durch die kuschelig-gruseligen Hasenkostüme (Ausstattung: Jürgen Knoll) und die verlogene Atmosphäre der Wohltätigkeits-Veranstaltung. Die Geiselnehmer pflegen Action-Posen, die in ihrer Breitbeinigkeit zwar beeindrucken, oft aber übertrieben wirken.

Das gilt jedoch nicht für Falke und Lorenz: Schmidt-Schaller meistert den Balanceakt zwischen Geisel und Polizistin, von der die Anspannung immer dann ein wenig abzufallen scheint, wenn sie etwas zur Verbesserung der Situation beitragen kann. Möhring wiederum muss einmal nicht den systemkritischen Antihelden in Uniform geben und auf Falkes proletarische Herkunft anspielen, das nimmt ihm das Drehbuch ab, das dem Kommissar einen alten Bekannten aus der autonomen Szene namens Axel zur Seite stellt. Das gibt Möhring die Freiheit, sich auf seine Figur zu konzentrieren. Wenn Falke den planlos herumstolpernden Axel (Tim Grobe) anherrscht: „Digger, Du sollst drüben warten!“, dann wirkt das nicht aufgesetzt-kumpelig, sondern sympathisch. Und diese Lässigkeit macht zusammen mit Schmidt-Schallers Alleingang und Thomas Sarbachers zynischer Boshaftigkeit diesen „Tatort“ sehenswert.

Johanna Popp

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