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Kommissarin Lindholm (Maria Furtwängler) wird von einem Schwein überrascht.

TV Kritik

„Tatort“: Charlotte Lindholm kehrt überzeugend zurück

"Der sanfte Tod": In diesem „Tatort“ aus Hannover geht es um Massentierhaltung, um industriell erzeugtes Fleisch - und die überzeugende Rückkehr von Kommissarin Charlotte Lindholm. Die TV-Kritik:

Blicke hinter die Mauern der Schweine- und der Schlachtfabriken bietet Autor und Regisseur Alexander Adolph so gut wie nicht. Stattdessen Landschaften wie aus der Werbung für die Würste, mit denen Unternehmer Jan-Peter Landmann (Heino Ferch) die nächste Konsumentengeneration für seine Erzeugnisse ködert. Adolph nimmt den Zuschauer auf diese Weise subtil in die (Mit-)Verantwortung – was der nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Nach diesem Prinzip modelliert der Autor auch die Hauptfigur.

Landmann ist kein grober Klotz, sondern kultiviert und kontrolliert, er spricht mit leiser, angenehmer Stimme. Was hinter dieser Fassade passiert, sieht nur, wer es wirklich sehen will. Heino Ferchs Charme mit Skrupellosigkeit verbindendes Spiel ist das Ereignis in „Der sanfte Tod“. Da agiert einer eiskalt – und berauscht sich zugleich an dem Gefühl, stets das Richtige zu tun.

Es liegt in der Natur des Fernsehkrimis, dass die Kommissarin als Einzige durchschaut, was andere – allen voran Politik und Behördenchefs – konsequent ignorieren. Und es entspricht den Spielregeln des Genres, ihren guten Instinkt hier und da mit starken Bildern zu unterfüttern, sprich (allzu) deutlich die blutigen Nasen derer zu zeigen, die dem Patriarchen in die Suppe spucken wollen. Sei’s drum, Maria Furtwängler macht eine gute Figur als unbeirrbare, unbestechliche Charlotte Lindholm, als weiblicher Don Quixote, der gegen einen gesetzlosen Firmenchef und ganz nebenbei auch gegen die Windmühlenflügel einer schon lange aus dem Ruder gelaufenen Fleischproduktion kämpft.

Die Figur Bär dagegen bleibt im Zusammenhang mit dem Sujet dieses Films rätselhaft, dennoch schaut man Bibiana Beglaus Studie einer sonderbaren Kriminalpolizistin gerne zu. Am Ende kehrt Adolph zur Subtilität des Anfangs zurück. Ob der Fall tatsächlich aufgeklärt wird, bleibt offen. Fast wie im richtigen Leben.

Rudolf Ogiermann

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