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Falke (Wotan Wilke Möhring) und seine neue Partnerin Grosz (Franziska Weisz) im Tatort aus Hannover.

Heute neue Folge

Hannover-Tatort "Zorn Gottes": Wie gut ist das neue Ermittlerteam?

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München - Mit dem "Zorn Gottes" beschäftigt sich heute der neue Tatort aus Hannover, in dem Hauptkommissar Thorsten Falke auf der Suche nach einer neuen Partnerin ist. Er findet sie in der Bundespolizistin Julia Grosz - doch ist die neue Konstellation überzeugend? 

"Zorn Gottes" startet mit starken Bildern: Ein arabisch aussehender Mann mit Namen Enis wird irgendwo in den Eingeweiden des Flughafens Hannover brutal ermordet. Ein vermeintlicher Selbstmord-Attentäter gelangt derweil durch die Sicherheitskontrollen und wird durch die Flughafengänge gejagt. Eine Leiche wird aus einem Flugzeug geschmissen und knallt mitten in den Pool, in dem ein verliebtes Pärchen gerade knutscht. Das alles passiert heute in den ersten zehn Minuten.

Der neue Tatort aus Hannover gibt seinem Publikum keine Zeit zum Durchatmen. Schnell ist klar, dass der tote Mann im Pool am Flughafen einer Schleuserbande zum Opfer gefallen ist. Fast ebenso schnell wird klar, dass der Tote zur falschen Zeit am falschen Ort war und den Namen Enis trug - ein im Orient ungefähr so häufiger Vorname wie bei uns Andreas oder Stefan. Das jedenfalls erklärt Hauptkommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) seinen Kollegen bei der Bundespolizei am Flughafen, wo er mit der Bundespolizistin Julia Grosz (Franziska Weisz) gemeinsam ermittelt. Es gab also bei der Schleuserbande offenbar eine Verwechslung: Während der falsche Mann nun tot ist, ist der richtige Enis ein IS-Heimkehrer, der nun irgendwo in Hannover darauf wartet, seine Mission zu Ende bringen zu können. Wo wird er zuschlagen? Welche unschuldigen Menschen will der Selbstmordattentäter opfern?

Tatort aus Hannover: "Sie labert mir ne Kassette ans Ohr"

Parallel dazu ist Thorsten Falke auf der Suche nach einem neuen Partner. Seine frühere Polizeikollegin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) hat ihn verlassen - und das nicht nur auf der beruflichen Ebene. Zwischen den beiden Kommissaren hat die Chemie gestimmt und so machte es großen Spaß, dem Ermittlerteam zuzuschauen. Zwischen Falke und Grosz herrscht erstmal gar nichts - die Bundespolizistin wirkt kühl und distanziert und spricht nicht viel. Eigentlich gar nichts. Thorsten Falke hat immerhin wenigstens seinen Witz behalten, als er das trocken kommentiert: "Sie labert mir ne Kassette ans Ohr." 

Ansonsten ist es schwere Tatort-Kost, die der NRD seinem Publikum heute Abend vorsetzt. Die "Allahu Akbar"-Rufe ("Gott ist groß"), die schon sehr früh im Film zu hören sind, erinnern an die US-amerikanische Serie "Homeland". Und auch die Frage nach der Motivation der IS-Terroristen lässt sich leicht beantworten, wenn man diese Serie gesehen hat. Vereinfacht gesagt: Der Westen tötet auch unschuldige Menschen im Orient, also schlagen die Araber nun zurück. "Zorn Gottes" erzählt damit eine gute Geschichte, die aber nicht neu ist. Der IS-Heimkehrer hadert im Tatort mit sich und seinem Auftrag und bezeichnet die Deutschen als die eigentlichen Terroristen. Natürlich ist all das gerade Thema, natürlich gibt all das, was gerade in der Welt und in Deutschland passiert, genug Stoff für gute Filme her. Und "Zorn Gottes" ist ein guter Film. Allerdings würde man sich als Tatort-Zuschauer manchmal wünschen, dass die Programmverantwortlichen ihre Geschichten besser koordinieren und nicht alle paar Wochen ein politisch hoch-aktueller Tatortabend bevorsteht (so wie Mitte Februar der Stuttgart-Tatort "Im gelobten Land").

Denn manchmal, da wünscht man sich einfach, 90 Minuten lang nicht über die großen Probleme unserer Zeit nachdenken zu müssen. Da wünscht man sich einfach nur Berieselung (so wie in den Tatort-Folgen aus Österreich und Köln). "Zorn Gottes" hat jedoch auch einen großen Pluspunkt, der über all das hinweg sehen lässt: Wotan Wilke Möhring. Er trägt diesen Film, wie es vielleicht sonst nur wenige andere Tatort-Ermittler geschafft hätten. Von daher hätte es der Folge gut getan, ihn mit noch ein bisschen mehr Witz auszustatten. So wie am Ende - denn der Schluss ist ähnlich stark wie der Anfang. Falkes neue Partnerin Grosz erzählt ihm ihre Geschichte und sagt: "Ich neige dazu, niemandem zu vertrauen und meine Kollegen zu erschießen." Und Falke kommentiert das, einmal mehr, nur trocken: "Zugegeben: Umgekehrt wär wesentlich gesünder."

Tatort aus Hannover: "Zorn Gottes" im Fernsehen

Der neue Hannover-Tatort läuft heute  um 20.15 Uhr in der ARD und ist danach 30 Tage lang in der Mediathek des Ersten abrufbar.

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