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Helene Fischer als Leyla im Tatort aus Hamburg.

"Der große Schmerz" aus Hamburg

Helene Fischer im Tatort: Ex-Prostituierte und Killerin

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München - Jetzt ist es also endlich soweit: An Neujahr tritt Helene Fischer als russische Ex-Prostituierte und Auftragskillerin im Tatort aus Hamburg, "Der große Schmerz", auf. Til Schweiger ist auch dabei, ebenso wie jede Menge Geballere und Action. Lohnt sich das Einschalten?

Der neue Köln-Tatort heißt "Narben" - wie gut ist die Geschichte? Wir haben vorab reingeschaut.

Gleich mal vorab: Der neue Tatort aus Hamburg "Der große Schmerz", der an Neujahr ausgestrahlt wird, ist gute Unterhaltung. Natürlich gibt es einen Mord am Anfang, Schießereien, die sich um nichts weniger als um Leben und Tod drehen, Folterszenen mit Water-Boarding und einem riesigen Sägeblatt, das Nick Tschillers (Til Schweiger) Arm bedrohlich nahe kommt. Spannung also am Kiez. Das alles wird ebenso düster erzählt, wie es sich anhört, in großen beeindruckenden Aufnahmen, etwa, wenn alles völlig still wird, als ein paar finstere Typen Tschillers Kopf unter Wasser pressen. Das erinnert ans Kino und gibt schon einen Vorgeschmack auf den Kino-Tatort "Off Duty", der im Februar anläuft und ebenfalls die Geschichte rund um Nick Tschiller erzählt. Filme machen können sie, die Tatort-Macher in Hamburg.

Tatort aus Hamburg: Tschiller-Tatorte haben Sonderbehandlung

Nick Tschiller (Til Schweiger) in vollem Einsatz.

Ob die Schauspieler auch schauspielern können, ist dagegen eine andere Frage. Til Schweiger spielt seinen Kommissar Nick Tschiller so, wie er alle seinen Rollen spielt: Als Held mit der wahnsinnig harten Schale und dem unglaublich weichen Kern - und die Liebesgeschichte gibt's inklusive. Deswegen darf Tschiller auch herzzerreißend um seine Ex-Frau und seine Tochter weinen und schreien und zetern und leiden. Doch in dieser Szene wirkt der spröde Schweiger dann doch etwas fehl am Platz. Am Ende wird trotzdem alles gut. Davon gehen wir jetzt einfach mal aus. Denn zu "Der große Schmerz" gehört der zweite Teil "Fegefeuer", der am 3. Januar läuft. Der NDR jedoch hat Journalisten vorab nur "Der große Schmerz" zur Verfügung gestellt - auch das aber nicht einfach so. Links oben war während des gesamten Films ein riesiges NDR-Logo eingeblendet und mitten auf dem Bildschirm prangte - auch während des gesamten Films - der Vor- und Zuname des Journalisten, der sich den Film gerade anschaute. Warum sich der NDR so viel Mühe machte und für jeden Rezensenten eine personalisierte Fassung erstellte? Beim letzten Tschiller-Tatort landeten offenbar vorab Bilder im Internet, die ein paar Medienvertreter direkt vom Bildschirm abfotografiert und online gestellt hatten...

Eine Pressesprecherin des NDR erklärte unserer Online-Redaktion: "Bei den Tschiller-Tatorten 'Willkommen in Hamburg', 'Kopfgeld', 'Der große Schmerz' handelt es sich um eine durch erzählte Geschichte, die nun in der vierten Folge 'Fegefeuer' aufgelöst wird. Wir wollen, dass den Tatort-Fans die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt." Til Schweiger, der seine eigenen Filme vorab auch nicht in Pressevorführungen zeigt, soll dafür nicht verantwortlich sein. Wie auch immer.

Tatort aus Hamburg: Darum geht es in "Der große Schmerz"

Die Tatort-Kollegen Til Schweiger (r.) und Fahri Yardim.

"Der große Schmerz" ist also auch eine Fortsetzung. Wer übrigens die ersten Teile nicht gesehen hat - macht nichts. Der Film ist auch so verständlich. Hier eine Kurzzusammenfassung: Nick Tschiller (Til Schweiger) kämpft seit drei Jahren mit seinem Kollegen Yalcin Gümer (Fahri Yardim) gegen einen kriminellen Hamburger Clan, den Firat Astan (Erdal Yildiz) leitet, obwohl er in Hamburg im Gefängnis sitzt. Nun soll er allerdings in ein anderes Gefängnis nach Bayern verlegt werden und die Fahrt dorthin möchte Astan nutzen, um aus dem Gefängnis auszubrechen. Klar, dass Nick Tschiller ihm dabei helfen muss - auf den hat Astan nämlich ein Kopfgeld ausgesetzt. Um ihn zu erpressen, entführt Astan Tschillers Tochter Lenny (Luna Schweiger) und seine Ex-Frau Isabella (Stefanie Stappenbeck). Außerdem setzt er die russische Auftragskillerin Leyla auf Tschiller an - und die wird von Helene Fischer gespielt.

"Schwarze Haare, schöner Körper, sehr grüne Augen" - so wird Helene Fischer von Tschillers Kollege Yalcin Gümer beschrieben. Das mit den "sehr grünen Augen" stimmt, die Kontaktlinsen, die Helene Fischer trägt, sind dermaßen grün, dass sie aus ihrem Gesicht heraus leuchten und strahlen. Ansonsten schaut sie als Leyla eigentlich nur mürrisch und sagt nicht viel, wenn überhaupt, dann hauptsächlich auf Russisch (Helene Fischer wurde als Jelena Petrowna Fischer in Sibirien geboren). Auch, wenn sie das gar nicht mal so schlecht macht - der Tatort-Zuschauer kommt trotzdem nicht umhin, in der Ex-Zwangsprostituierten und Auftragskillerin eben doch nur Helene Fischer zu sehen, die sich mal wieder in ein anderes Bühnenoutfit geschwungen und eine schwarze Perücke aufgesetzt hat. Allerdings singt sie nicht. 

Für die Einschaltquoten des Hamburger Tatortes dürfe es sicherlich nicht ganz schlecht sein, dass Helene Fischer als Bösewicht, oder, wie sie im Vorfeld genannt wurde, Femme Fatale, auftritt. Til Schweiger weiß eben, wie man Filme macht.

Unser Fazit: Einschalten kann man ruhig - schon allein aus dem Grund, dass man hinterher sagen kann "Ich war dabei, als Helene Fischer im Tatort mitgespielt hat". Ordentlich Hype hatte sie damit nämlich schon Monate im Voraus ausgelöst - zum Beispiel in einer Facebook-Gruppe, die extra für den Helene-Tatort gegründet wurde.

Tatort aus Hamburg: "Der große Schmerz" und "Fegefeuer"

"Der große Schmerz" läuft am 1. Januar 2016 um 20.15 Uhr in der ARD, die Fortsetzung "Fegefeuer" ist am 3. Januar, ebenfalls um 20.15 Uhr, zu sehen. Wenn Sie noch mehr wissen wollen, lesen Sie hier: Das passiert in der aktuellen Tatort-Saison.

Der Kinofilm "Tatort: Off Duty" startet am 4. Februar 2016.

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