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"Der Friederich, der Friederich, das war ein arger Wüterich": Bei Alexander Nolte (Nicholas Ofzcarek) verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Verführung.

"Die Geschichte vom bösen Friederich"

Dritter Tatort aus Frankfurt: Darum geht's jetzt

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Frankfurt am Main - Der Friederich, der Friederich, das war ein arger Wüterich: Der neue Tatort jetzt kommt aus Frankfurt und ist an "Die Geschichte vom bösen Friederich" aus dem Struwwelpeter angelehnt. Das funktioniert - bis auf den Schluss.

Was ist Wahrheit? Was ist Verführung? Was bildet sich der verurteilte Mörder Alexander Nolte (Nicholas Ofzcarek) ein? Was passiert tatsächlich?

Anna Janneke (Margarita Broich), Paul Brix (Wolfram Koch) und das Mord-Opfer Martin Busche (Manuel Harder).

Die Grenzen verschwimmen im neuen Tatort aus Frankfurt am Main, der "Die Geschichte vom bösen Friederich" erzählt. Alexander Nolte ist der böse Friederich. Und er ist nicht nur ein bisschen böse. Er ist gefährlich: Der Mann, der vor vielen Jahren seine damalige Freundin in der Badewanne ertränkt hat, ist gebildet, eloquent, intelligent. Hauptkommissarin Anna Janneke (Margarita Broich) schrieb damals das Gutachten, da war sie noch Polizeipsychologin. Dieses Gutachten hätte ihn lebenslang hinter Gitter bringen müssen, doch nach fast zwanzig Jahren wird der böse Friederich auf einmal entlassen. "Dass die den rausgelassen haben, ist meiner Meinung nach eine Katastrophe", sagt Janneke zu ihrem Kollegen Paul Brix (Wolfram Koch). "Der Typ war ein Dämon mit einem destruktiven Verlangen nach Selbstbestätigung."

Und so mordet der Dämon auch schnell wieder und der Zuschauer weiß sofort, dass Alexander Nolte der Mörder ist. Auch Anna Janneke weiß das. Doch sie kann es nicht beweisen - und wird in allen Lebenslagen von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Tatort aus Frankfurt: Charismatischer Täter

Wie gut also ist "Die Geschichte vom bösen Friederich"? Zwei Gründe sprechen fürs Einschalten, einer dagegen.

  • Pro Tatort: Der neue Tatort aus Frankfurt ist kein Krimi im klassischen Sinn, sondern vielmehr ein Psycho-Thriller. Es geht nicht darum, den Mörder zu enttarnen. Sondern darum zu beweisen, dass der böse Friederich auch nach 20 Jahren Gefängnis immer noch abgrundtief böse ist. Hauptkommissarin Anna Janneke geht dabei immer wieder an ihre Grenzen und oft weiß der Zuschauer nicht so genau, in welchem Verhältnis sie zu Alexander Nolte steht - sie siezt ihn, er duzt sie. Überhaupt verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion immer wieder. Spannung über 90 Minuten.
  • Pro Tatort: Selten ist der Mörder im Tatort so charismatisch wie der, den Nicholas Ofzcarek spielt. Er zeigt seinen Alexander Nolte als Menschen, bei dem man nie so genau weiß, ob er nun Vorstandsvorsitzender einer Bank oder grausamer Psycho-Killer ist. Nur in seiner eigenen Wohnung offenbart sich sein wahres Ich, das er aber immer wieder hinter einem Vorhang versteckt - als dieser fällt, ist es eigentlich schon zu spät. Nicht nur für ihn, sondern auch für die Menschen, die er mit sich in den Abgrund gerissen hat, etwa seine Psychologin Helene Kaufmann (Ursina Lardi). Das Verhältnis, das die beiden miteinander haben, ist verstörend - das passt zu diesem Tatort-Thriller aus Frankfurt.
  • Contra Tatort: Der Schluss ist misslungen. "Die Geschichte vom bösen Friederich" steigert sich 90 Minuten kontinuierlich, um dann in den letzten zwei Minuten völlig in sich zusammenzufallen. Und man fragt sich: Das war's? So soll "Die Geschichte vom bösen Friederich" zu Ende gehen?

Die Tatort-Macher haben sich in diesem Fall lose an die Geschichte aus dem Struwwelpeter gehalten. Dieses Buch liegt bei Alexander Nolte in der Wohnung, konkret erwähnt wird der "böse Friederich" aber nur am Rande. Erwähnenswert ist übrigens auch die Musik im Tatort: Rammstein wechseln sich mit Mozart und Bach ab. Grandios.

Tatort aus Frankfurt im Fernsehen

Der Tatort-Fall ist der dritte für das Ermittlerteam Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) aus Frankfurt am Main. "Die Geschichte vom bösen Friederich" läuft am Sonntag, 10. April, um 20.15 Uhr im Ersten und ist danach 30 Tage lang in der Mediathek abrufbar.

Lesen Sie hier die weitere Kritiken: "Der scheidende Schupo" (Tatort aus Weimar), "Schock" (Wien-Tatort), "Land in dieser Zeit" (Frankfurt-Tatort), "Mia san jetz da wo's weh tut" aus München und "Fünf Minuten Himmel" aus Freiburg.

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