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Kriminalhauptkommissarin Kira Dorn (Nora Tschirner) wird bedroht.

So wird der Krimi am Sonntag

Drei Gründe, den Tatort Weimar mit Ulmen und Tschirner jetzt zu schauen

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Weimar - Christian Ulmen und Nora Tschirner sind ein geniales Duo. Ist der neue Weimar-Tatort "Der treue Roy" auch genial? Ja! Es gibt drei Gründe, ihn jetzt zu schauen.

Tun Sie sich einen Gefallen und schauen Sie am Sonntagabend den neuen Tatort aus Weimar an. Es ist der dritte Fall für Kriminalkommissarin Kira Dorn (Nora Tschirner) und Kriminalkommissar Lessing (Christian Ulmen). Er heißt "Der treue Roy" - ja, ich habe auch direkt an Siegfried und Roy gedacht. Eine kleine Parallele zu den Löwen-Magiern besteht tatsächlich. Auch Roy aus Weimar liebt Katzen. Sein Kater lebt aber nicht mehr, er steht ausgestopft in seinem kindisch eingerichteten WG-Zimmer. 

Falls Sie unschlüssig sind, ob Sie sich auf den neuen Krimi im Ersten (24. April, 20.15 Uhr) einlassen sollen, lesen Sie drei Gründe, die dafür sprechen.

Grund 1, den Tatort Weimar zu schauen: das Drehbuch

In der Hochofenschlacke eines Stahlwerks in Weimar werden die Überreste eines Mannes gefunden. Es sind Spuren von Roy Weischlitz' (Florian Lukas) DNA. Hat er sich umgebracht? Hat ihn jemand ermordet? Weiß seine Schwester (herrlich gespielt von Fritzi Haberlandt) mehr? Die Ermittler misten Roys Spind im Stahlwerk aus, finden einen Brief.

"Ich kann nicht mehr. Es tut mir leid. Liebe Grüße, euer Roy"

Wer so etwas schreibt, will nicht mehr leben.

Aber für einen 90-Minuten-Krimi wäre das ein bisschen schwach. Es kommt daher alles ganz anders - und es wird großartig erzählt.

Regisseur Gregor Schnitzler lobt das Drehbuch: "Die Geschichte ist eine wunderbare Kombination aus Komik und Spannung, ständigen Überraschungen und echten Emotionen. Ich finde den Weimarer Tatort in der 'Tatortlandschaft' herausragend." Das stimmt. Der Tatort aus Münster ist im Vergleich dazu klamaukig, das ist Weimar (noch) nicht. Aber vielleicht ist der Zuschauer auch gnädiger, weil es die Kollegen in Münster schon zu oft übertrieben haben.

Der Regisseur des MDR-Tatorts sagt: "Gerade durch die skurrilen Geschichten kann man etwas kreieren, was eigentlich sonst nur in den amerikanischen Serien wie zum Beispiel Fargo, Breaking Bad etc. möglich ist." Ihm sei es darum gegangen, "nicht Figuren zu präsentieren, die permanent Lacher wegen des Lachers servieren, sondern eine Welt zu zeigen, die glaubhaft ist und in ihrer Verstiegenheit höchst komisch wirkt".

Grund 2, den Tatort Weimar zu schauen: die Ermittler

In einer der Anfangsszenen sitzt Lessing nachts im Schlafanzug vorm Computer, scrollt sich durch Immobilienangebote. Seine Frau wird vom Handyklingeln geweckt - ein Einsatz. Ihr Baby krabbelt ihr über das Gesicht. Sie ruft ihre Mutter an, die babysitten soll. Als Dorn und Lessing im Auto sitzen, schwärmt Lessing von einem Eigenheim mit sechs Zimmern und großem Garten. Dorn sagt: "Ich hab' mal ganz kurz durchgezählt: ich, du und das Männlein. Zweieinhalb Leute, sechs Zimmer. Da ruinieren uns schon die Möbel." Das Thema Wohnen, Mieten, Kaufen zieht sich durch den Tatort. Die Dialoge des Ehepaares springen wie ein Tischtennisbällchen hin und her, das ist herrlich anzuhören. Auch dem Kriminaltechniker Johann Ganser (Matthias Matschke, den wir aus der Serie Pastewka lieben) pfeffern Dorn und Lessing ihre gesalzenen Sprüche entgegen.

Das Schauspielerduo Ulmen und Tschirner sagt im Interview mit dem MDR, wieso Dorn und Lessing gute Ermittler sind: "Sie hören zu, sie empfangen auch die leisen Töne, kennen die menschlichen Abgründe, ohne sie zu bewerten, sie lieben, sie frohlocken, sie sehen sehr gut aus", sagt Christian Ulmen. "Und sie denken oft gleich", ergänzt Tschirner. 

Grund 3, den Tatort Weimar zu schauen: die Details

Platz für Details existieren meist nur in Fernsehserien, nicht in einem Sonntagabend-Krimi. Selten schafft es ein Tatort, so viele Details einzubauen wie in dem Film "Der treue Roy". Roy ist zum Beispiel ein Typ, der nicht irgendwie Tagebuch schreibt, sondern einer, der das in Spiegelschrift auf alten Lottoscheinen tut. Eigentlich möchten wir an dieser Stelle auf sehr viel mehr Details eingehen, aber Sie sollen sich überraschen lassen.

Ein großes Thema in diesem Tatort ist die Illusion. Regisseur Schnitzler sagt: "Menschen laufen Illusionen hinterher und tun Dinge, die sie nicht reflektieren können oder wollen. Dadurch entstehen gefährliche Situationen, die sie an den Rand ihrer Existenz bringen." Und diese Illusion schillert wie eine Seifenblase über den ersten Filmminuten und jeder ahnt es: Sie wird zerplatzen.

Der Tatort aus Weimar "Der treue Roy" im Fernsehen

Den Weimar-Tatort "Der treue Roy" zeigt Das Erste am Sonntag, 24. April, um 20.15 Uhr. Sie können ihn danach 30 Tage lang in der Mediathek abrufen.

Lesen Sie hier die Kritiken der drei letzten Tatorte nach: "Die Geschichte vom bösen Friederich" aus Frankfurt am Main, "Mia san jetz da wo's weh tut" aus München und "Fünf Minuten Himmel" aus Freiburg.

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