Gürtel-Attacke gegen Kippa-Träger: Täter schuldig gesprochen

Gürtel-Attacke gegen Kippa-Träger: Täter schuldig gesprochen
+
Stephanie zu Guttenberg vor der Kamer afür "Tatort Internet" auf RTL II.

"Tatort Internet": RTL II zieht Konsequenzen

Berlin - Der Privatsender RTL II zieht aus dem Fall “Goldenes Kinderdorf“ in Würzburg Konsequenzen:

Der Sender will künftig Arbeitgeber benachrichtigen, wenn mutmaßliche Täter, die “in ihren Arbeitsverhältnissen mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben“, von der RTL-II-Sendung “Tatort Internet“ beim Anbaggern von Minderjährigen im Netz erwischt werden, hieß es in einer Mitteilung am Montag. Der Sender reagiert damit auf die Vorwürfe des Dachverbandes Caritas, der die Macher des Magazins “Tatort Internet“ gerügt hatte, fünf Monate lang die Informationen über die Aktivitäten des Heimleiters “Goldenes Kinderdorf“ in Würzburg für sich behalten zu haben.

Lesen Sie auch:

"Tatort Internet": Kinderdorf-Leiter nach Vorwürfen vermisst

Medienaufsicht überprüft "Tatort Internet"

RTL-II-Serie "Tatort Internet": Harsche Kritik

RTL II jagt Sex-Täter mit Stephanie zu Guttenberg

RTL II wollte auf Anfrage am Montag nicht mitteilen, wann Caritas das erste Mal von RTL II über die Vorgänge benachrichtigt wurde. Der Sender hatte zunächst argumentiert, man habe auf die Persönlichkeitsrechte des mutmaßlichen Kinderschänders Rücksicht nehmen müssen. Für die Zukunft soll gelten: “Am Donnerstag vor Ausstrahlung werden die Sendekopien an die betreffenden Strafverfolgungsbehörden weitergegeben“, versprach der Sender. “Die Polizei und Staatsanwaltschaft entscheidet dann, ob und wie sie ermittelt.“ Die Sendung ist immer montags im Programm.

Der mittlerweile entlassene Leiter eines “Kinderdorfs“ in Würzburg wollte nach Ermittlungen der RTL-II-Sendung “Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder“ über das Internet mit einer 13- Jährigen anbandeln und ging dabei dem Fernsehteam in die Falle. Zu spät, wie die Caritas meinte: “Sofortiges Eingreifen ist uns wichtig, um Gefährdungen für Kinder oder Jugendliche auszuschließen“, hieß es bereits in einer Stellungnahme am Wochenende. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den 61 Jahre alten Leiter des “Goldenen Kinderdorfs“ in Würzburg ein.

Der Mann ist seit der Sendung und der darauf folgenden Entlassung spurlos verschwunden. Seine Kontaktaufnahme und ein Treffen mit der Jugendlichen wurden von “Tatort Internet“ am vergangenen Montag dokumentiert. Die wegen ihrer reißerischen Aufmachung umstrittene Sendung wurde von Stephanie zu Guttenberg, Frau von Verteidigungsminister Karl- Theodor zu Guttenberg (CSU), in der ersten Ausgabe als Präsentatorin unterstützt. Mittlerweile prüft die Medienaufsicht, ob bei der Sendung die Regeln des Jugendschutzes eingehalten und Persönlichkeitsrechte von Opfern und mutmaßlichen Tätern berührt worden seien.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Das Sommerhaus der Stars“ 2018: Diese 8 Kandidaten-Paare ziehen ein
Die acht Kandidaten-Paare für „Das Sommerhaus der Stars“ 2018 stehen fest: Hier erfahren Sie, welche „Promis“ bei der RTL-Show dabei sind.
„Das Sommerhaus der Stars“ 2018: Diese 8 Kandidaten-Paare ziehen ein
Netflix-Serie „Dark“ geht weiter: Promi aus dem Dschungelcamp ist dabei 
Das Netflix eine zweite Staffel „Dark“ plant, ist kein Geheimnis. Nun geht es aber wirklich weiter. Die Dreharbeiten für den Serien-Hit starten. Dabei ist übrigens ein …
Netflix-Serie „Dark“ geht weiter: Promi aus dem Dschungelcamp ist dabei 
Ex-Heimkinder sollen draußen bleiben
Die evangelische Kirche in Frankfurt will einen Dokumentarfilm über die Schicksale von Heimkindern in der Nachkriegszeit zeigen. Doch die Betroffenen lädt sie dazu nicht …
Ex-Heimkinder sollen draußen bleiben
Viva ist Geschichte: Darum macht der erste Satz von Heike Makatsch aus dem Jahr 1993 heute traurig
Was sich lange abgezeichnet hat, ist bald traurige Wahrheit: Viva macht Ende des Jahres die Schotten dicht. Nach 25 Jahren verabschiedet sich der Sender, der sich …
Viva ist Geschichte: Darum macht der erste Satz von Heike Makatsch aus dem Jahr 1993 heute traurig

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.