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Furchterregend, beklemmend: Serienmörder Kai Korthals (Lars Eidinger) im neuen Kieler Tatort.

Vorschau auf "Die Rückkehr des stillen Gastes"

Tatort Kiel: Der furchterregende Serienmörder ist wieder da

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München/Kiel - Am Sonntag ist er wieder da, der furchterregende Serienmörder Kai Korthals (Lars Eidinger) im Kieler Tatort. Im Gespräch verrät Borowski-Darsteller Axel Milberg, ob er sich vor Korthals in der neuen Folge "Die Rückkehr des stillen Gastes" gegruselt hat.

Wer Kai Korthals einmal gesehen hat, vergisst ihn nie. Lars Eidinger spielte den Serienmörder aus dem Kieler Tatort 2012 so furchterregend, dass man es als Zuschauer kaum ertrug. Was Krimideutschland damals vor allem in Aufruhr versetzte: Der Täter entkam Kommissar Borowski (Axel Milberg) und Kollegin Brandt (Sibel Kekilli). Nun taucht er wieder auf. Die ARD hat eine Fortsetzung des Falls gedreht. Ein Gespräch mit Axel Milberg über „Die Rückkehr des stillen Gastes“, der am Sonntag um 20.15 Uhr läuft.

Haben Sie sich den „alten“ Fall nochmal angeschaut, bevor Sie die Fortsetzung gedreht haben?

Nein. Ich habe den Film aber schon zweimal gesehen und hatte ihn noch präsent.

Können Sie Ihre Filme überhaupt aus der Sicht eines „ganz normalen“ Zuschauers anschauen?

Kann ich – wenn der Film gut geworden ist. Dann sitze ich da – ob Sie es glauben oder nicht – und vergesse sogar, dass ich das bin, der da spielt. Wie ein Kaninchen sitze ich davor und denke: Das ist ja irre. Ich habe schon bei Komödien Tränen gelacht über mich. Ich sehe da einen mir fremden, aber nicht unangenehmen Menschen.

Tatort: "Ich habe mir die Hände gerieben und gedacht: Wie schön!"

Und vor Kai Korthals haben Sie sich gegruselt?

Ja! Und ich habe mir die Hände gerieben und gedacht: Wie schön! Wie überraschend! Das ist für mich immer ein ganz wichtiges Kriterium – dass ich überrascht bin. Das fängt beim Lesen des Drehbuchs an. Wenn ich die Seite umblättere und mich frage: Was kommt jetzt? Wenn das gelingt, ist es ein Geschenk.

Auch Maren Eggert kehrt als Frieda Jung für diese Folge zurück.

Ja. Ich habe sie irgendwann in Berlin getroffen und ihr dort unter vier Augen einen Heiratsantrag gemacht. (Lacht). Sie war ganz erschrocken, lächelte mich an und sagte schließlich zu.

Warum wollten Sie sie unbedingt dabeihaben?

Die Kommissare Axel Milberg und Sibel Kekilli.

Mir persönlich war eines sehr wichtig: Wir müssen diesen widerlichen Kerl, wenn er zurückkehrt, mit dem Schönsten zusammenbringen.Mit dem, bei dem Borowski am verletzbarsten ist, was er am meisten schützen will. Also baten wir Frieda Jung, seine Braut, sich zur Verfügung zu stellen. Im Zuge der Entführung von Frieda kommt Borowski an seine Grenzen. Er ist außer sich, verliert die Kontrolle, schlägt sogar seinen Freund und Chef Schladitz nieder.

Macht diese Geschichte Borowski zu einem anderen Menschen? Zu einem anderen Kommissar?

Nein. Er war ja immer … alles. Jemand, der menschlich ist. Mit Mitleid, Neugier, Ratlosigkeit, Ungeschicklichkeit, Fehlern, Gefühlen. Und dem Versuch, den Verstand immer wieder über die Gefühle entscheiden zu lassen. In diesem Spannungsfeld haben wir ihn angesiedelt. Da ist er den skandinavischen Helden näher als irgendwelchen Hollywood-Plastik-Heroes. Und da ist es natürlich ein Fest für den Schauspieler zu sagen: Bring mich in Schwierigkeiten! Lass mich auch physisch agieren! Ich will das!

Tatort: "Ich fühle mich ganz am Anfang"

Dieser Fall hätte Borowskis letzter werden können. Haben Sie darüber nachgedacht, aus dem „Tatort“ auszusteigen?

Ehrlich gesagt noch nie. Wir sind in einer so aufsteigenden Tendenz – nicht nur in Bezug auf die Quoten, auch was das Vergnügen an Büchern und Ideen betrifft. Wir sind ein gutes Team, sehr gut aufgestellt. Ich fühle mich ganz am Anfang. Und vor allem nicht verbraucht. Das Glück ist, dass sich bei Borowski nichts wiederholt. Es herrscht nie der Alltag des Dienstes. Ich fange grad an, Spaß zu haben.

Borowski verabschiedet sich von Korthals mit den Worten: „Es ist noch nicht zu Ende.“ Wird es einen dritten Teil geben?

Lars Eidinger sagte, er würde gerne wiederkommen als Kai Korthals. Mal sehen, wie sicher die Gefängnisse sind...

Das Gespräch führte Stefanie Thyssen.

Die neuen Tatort-Folgen sind nach der Ausstrahlung nun übrigens 30 Tage in der ARD-Mediathek verfügbar. Falls Sie einen Ausblick auf die weiteren Fälle der neuen Tatort-Saison möchten, dann müssen Sie hier klicken - aber Vorsicht, Spoiler! 

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