Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

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Karneval in Köln: Schenk (r.) hat Spaß, Ballauf eher weniger.

Es geht um Rivalität und Mobbing

Tatort aus Köln zum Karneval: Lustig ist das nicht

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München - Die heiße Phase des Karnevals steht vor der Tür und auch der Kölner Tatort dreht sich am Sonntag um dieses Thema. Ein lustiger Krimi ist das deswegen aber noch lange nicht geworden.

Wer im Tatort den Satz sagt „Solange ich hier Tanztrainerin bin, wirst du kein Tanzmariechen sein“, ist zur Leiche verdammt. So kommt es dann auch im neuen Tatort aus Köln, der „Tanzmariechen“ heißt und am Sonntag vor der heißen Phase des Karnevals ausgestrahlt wird. Der Tatort aus der Rheinstadt beschäftigt sich nach 18 Jahren einmal wieder mit dieser Thematik (zuletzt ging es 1999 um ein Karnevals-Thema). Deswegen können wir allen Tatort-Kritikern gleich an dieser Stelle verraten: 

  • keine Flüchtlingsthematik
  • keine Gesellschaftskritik
  • kein Firlefanz 
Alles nur Schein: Im Tanzverein „De Jecke Aape“ ist die Heiterkeit lediglich gespielt.

Diesmal ist der Tatort ein solider Krimi. Darum geht‘s: Die Tanztrainerin, die den bedeutungsschwangeren Satz sagt, wird kurz danach ermordet aufgefunden, mit einem Loch im Schädel - nur ein paar Tage vor dem 11.11. Sie ist nicht die einzige Leiche im neuen Tatort: Bereits zwei Monate vor dem Beginn der Karnevalssaison hat sich eine junge Tänzerin des Vereins umgebracht, den die Trainerin betreut hat. „De Jecke Aape“ (Kölsch für „Die verrückten Affen“) heißt der Karnevalsverein und die Kommissare Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär) stoßen schnell auf jede Menge Probleme hinter der Tanz- und Fröhlichkeitsfassade: Rivalitäten, Mobbing, Schmerztabletten, um die unglaublichen Strapazen während der vielen Auftritte durchzuhalten. In diesem Morast beginnen die Hauptkommissare mit ihren Ermittlungen und stellen schnell fest: Das Karnevalstreiben, das auf Kölns Straßen während der fünften Jahreszeit herrscht, sucht man hier vergeblich. Der Frohsinn ist organisiert, knallhart finanziert und einzig und allein auf Erfolg getrimmt.

Tatort aus Köln heute: Kann man auch sehen, wenn man Karneval nicht mag

Rainer Pösel (Tristan Seith) ist mit Leib und Seele dabei, wenn die fünfte Jahreszeit in Köln herrscht.

Karneval ist nicht Jedermanns Sache. Während Schenk sich um ein Karnevalskostüm für seine Enkelin bemüht und völlig schockiert darüber ist, dass das Mädchen keine süße Prinzessin im rosaroten Tüllkleid mehr sein will, sagt Ballauf konsequent „Fasching“ und kann mit dem ganzen Heititei in Köln gar nichts anfangen. So wird es sicherlich auch vielen Fernsehzuschauern gehen. Den Tatort aus Köln kann man sich aber auch anschauen, wenn man Karneval nicht mag. Klar, man sieht ein paar Hebefiguren und klar, man hört das vielleicht bekannteste Karnevalslied, „Viva Colonia“ - aber das ist auch schon alles. Es geht viel mehr um die Machenschaften im Hintergrund und die großen Fragen: Warum hat die Tänzerin Selbstmord begangen und wer hat die Tanztrainerin ermordet?

Dass Karnval in Köln gerade für die Tanzgruppen nicht ausschließlich Spaß ist, wird schnell klar. Schon kurz nach dem Aschermittwoch, wenn die Karnevalssaison gerade zu Ende gegangen ist, wird schon wieder für die neue trainiert. Nach dem Karneval ist vor dem Karneval - und da kann nicht jeder mithalten. Der Vereinspräsident der „Jecke Aape“, Günter Kowatsch (Herbert Knaup), gerät schnell ins Visier der Ermittler. Auch der Vater der Karnevals-Tänzerin, die Selbstmord begangen hat, Rainer Pösel (Tristan Seith), macht sich mehrfach verdächtig. Es macht großen Spaß, ihm im Tatort zuzuschauen: Er ist der typische Kölner mit der rheinländischen Schnauze, nennt Ballauf und Schenk „Pappnasen“ und fragt sie ohne Umschweife „Seid ihr besoffen?“, als sie ihn zur ermordeten Tanztrainerin befragen. 

Das „Tanzmariechen“ ist also gute Unterhaltung in der lustigen Jahreszeit, die im Film so gar nicht lustig rüberkommt. Wer den Karneval mag, könnte ihn danach mit etwas anderen Augen sehen. Wer mit der organisierten Fröhlichkeit nichts anfangen kann, dem wird der Tatort Recht geben.

Wir sagen also: Können Sie sich durchaus anschauen. Der Tatort aus Köln ist ein erfrischend unlustiger Karnevals-Krimi. Nicht mehr und nicht weniger.

Tatort aus Köln heute im Ersten und in der Mediathek

„Tanzmariechen“ läuft am Sonntag, 19. Februar, um 20.15 Uhr im Ersten und ist danach 30 Tage lang in der ARD-Mediathek verfügbar.

Tatort und Polizeiruf 110: Unsere früheren Kritiken

„Sturm“ (Tatort aus Dortmund), „Fangschuss“ (Tatort aus Münster), „Borowski und das dunkle Netz“ (Tatort aus Kiel), „Nachtsicht“ (Tatort aus Bremen), „Dünnes Eis“ (Polizeiruf aus Magdeburg), „Der scheidende Schupo“ (Tatort aus Weimar), „Schock“ (Tatort aus Wien), „Wacht am Rhein“ (Köln-Tatort) „Klingelingeling“ (München-Tatort), „Dunkelfeld“ (Berlin-Tatort), „Sumpfgebiete“ (Polizeiruf München), „Es lebe der Tod“ (Wiesbaden-Tatort), „Taxi nach Leipzig“ (Jubiläumstatort, die 1000. Tatort-Folge), „Borowski und das verlorene Mädchen“ (Kiel-Tatort), „Echolot“ (Bremen-Tatort), „Die Wahrheit“ (München-Tatort), „Zahltag“ (Dortmund-Tatort), „Der König der Gosse“ (Dresden-Tatort), „Feierstunde“ (Tatort Münster mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl), „Wölfe“ (Polizeiruf mit Matthias Brandt), „Und vergib uns unsere Schuld“ (Polizeiruf mit Matthias Brandt), „Wir - Ihr - Sie“ (Berlin-Tatort), „Das Recht, sich zu sorgen“ (Franken-Tatort), „Fünf Minuten Himmel“ (Freiburg-Tatort), „Mia san jetz da wo's weh tut“ (Jubiläumsfall München-Tatort), „Ein Fuß kommt selten allein“ (Münster-Tatort), „Die Geschichte vom bösen Friedrich“ (Frankfurt-Tatort).

pak

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