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Ein eingespieltes Team: die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l.) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt).

Dreiecksspiele und Illegalität

Geheime Spannung beim Kölner "Tatort"

In einer Welt zwischen Sein und Schein bewegt sich der Kölner "Tatort" - und wird dem Titel "Scheinwelten" somit gerecht. Lesen Sie die aktuelle Kritik!

So viel Zurückhaltung war lange nicht. Das ist gerade beim Kölner „Tatort“-Team bemerkenswert, dessen Probleme zwischen Ballaufs Einsamkeits-Bierchen, Schenks Tochter-Stress und Franziskas zwanghafter Männer-Suche in der Regel einen satten Teil der Handlung ausmachen. Nicht in „Scheinwelten“. Mit Problemen kämpfen hier andere. Ein Glück, denn die Nebenrollen, gerade Jeanette Hain als vom Leben ernüchterte Rechtsanwältin Beate von Prinz, sind Ausgleich genug für das schwache Drehbuch.

Das verhandelt den Mord an Ingo Broich, dem Juniorchef einer Gebäudereinigungsfirma. Die ersten Verdächtigen: illegale Einwanderinnen, die für Broich putzen. Doch auch von Prinz, Ehefrau von Staatsanwalt Wolfgang von Prinz (Christian Tasche) und Anwältin des Seniorchefs Jakob Broich (Hans Peter Hallwachs), steckt in der Sache drin. Ihrem Dreiecksspiel ist es zu verdanken, dass man sich kaum über den halbgaren sozialen Kontext von Illegalität und Scheinehe ärgern muss. Dass der alte Broich bei der Todesnachricht seines Sohnes genauso kalt bleibt wie Staatsanwalt von Prinz, während sich seine halbnackte Frau auf seinem Schoß räkelt, mag hölzern wirken. Aber immerhin flirrt zwischen den Dreien so etwas wie eine geheime Spannung. Ein Spiel von Schein und Sein, das über den dahinplätschernden Krimi-Plot hinwegtröstet.

Sicher, über Details kann man sich immer ärgern. Dass die ghanaische Einwanderin Adjoa Götze (Joana Adu-Gyamfi) konsequent falsche Sätze bilden muss, nervt. Auch dass die Situierung der Handlung im Zockermilieu oberflächlich bleibt, fällt auf. Aber es sind die gelungenen Details, die diesen „Tatort“ über Wasser halten: von der herrlich ausgespielten Alt-Herren-Lüsternheit des Senior-Chefs bis zur Musik des Schweden Martin Tingvall. Dass gerade das Titellied diesem „Tatort“ den Klang eines großen Filmereignisses verleiht, ist aber nicht mehr als eine weitere Scheinwelt.

Marcus Mäckler

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