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Gespräch mit Mumie: Tatort-Kommissar Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) in "Château Mort".

Tatort-Kritik: Zu brav inszenierter Sprung in die Vergangenheit

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Konstanz - Der Konstanzer "Tatort" kommt auch in der Folge "Château Mort" nicht aus seiner betulichen Behäbigkeit heraus. Die Grundidee des Drehbuchs ist originell, doch der "Tatort" scheitert an der zögerlichen Regie. Die Kritik:

Aus seiner betulichen Behäbigkeit kommt der Konstanzer "Tatort" auch diesmal nicht heraus. Doch inmitten der braven Bodensee-Romantik versuchen die SWR-Verantwortlichen jetzt kurz vor dem finalen Rettungsschuss einiges. In der Folge "Château Mort", auf die nur noch drei weitere Fälle mit Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) nachfolgen werden, sogar den Sprung in die Vergangenheit.

Die Rückblenden ins Jahr 1848, die für den Verlauf dieses Falles rund um eine Leiche im See, deutsche Steuerbetrüger, verliebte Frauen um die fünfzig und den Hochzeitswein der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff nötig waren, sind zwar mit offensichtlich knappen Mitteln gedreht worden. Doch bleibt die Grundidee von Drehbuchautor Stefan Dähnert trotzdem originell. Es liegt allein an der zögerlichen Regie von Marc Rensing, dass dieser „Tatort“ scheitert – wenn auch auf höherem, launigerem Niveau als bisher. Denn Rensing bremst nahezu jeden zart angedeuteten Gag dieses süffig gedachten Weinkenner-Krimis vorzeitig ab.

Wahrhaft überraschende Wendungen und dichte Spannungsmomente finden sich kaum. Sogar die Zeichnung der Charaktere ist zu knapp oder schwammig, um sie interessant finden zu können. Da kann sich die großartige Jenny Schily noch so mühen. Ihre verhärmte, allein erziehende Mutter darf viel zu spät eine angemessene Rolle spielen.

Ulrike Frick

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