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Kriminalhauptkommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) befragt im Kölner „Tatort“ Iris Fries (Friederike Linke).

"Der Fall Reinhardt"

"Tatort": Kaum Leichtigkeit am Kölschen Himmel

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Alles ist düster, alles ist schwer und alles ist neu im "Fall Reinhardt": Warum diese neue Härte dem „Tatort“ aus Köln so gut tut - lesen Sie hier die aktuelle TV-Kritik. 

Nur leicht hat sich der Ruß aus den Fenstern und Türen hinausgefressen, aber drinnen ist alles schwarz. Die ausgebrannte Villa ist ein starkes Symbol im neuen Kölner „Tatort“. Sie steht wie eine Anklage gegen den nicht ganz widerlegbaren Hang des (Groß-)Bürgers, die eigene Fehlbarkeit mit allen Mitteln hinter weißen Fassaden zu verstecken. Damit ist das Thema in „Der Fall Reinhardt“ alles andere als neu – die Art und Weise, wie die Macher dieses Films mit ihm umgehen, allerdings schon.

Es ist, als würden die Ermittler Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) in Fall eins nach dem Tod ihrer Assistentin Franziska ein Versprechen einlösen. Mit den naiven und bemüht sozialkritischen Belehrungs-Filmchen der Vergangenheit ist es vorbei. Während frühere Episoden aus der Arbeitslosigkeit des Familienvaters Gerald Reinhard (Ben Becker) wohl einen tränensackfüllenden Diskurs geflochten hätten, ist in diesem „Tatort“ alles finster: der Feuer-Tod der drei Kinder. Die innere Zerfressenheit ihrer Eltern. Sogar die Bildsprache, die den Kölschen Schunkel-Himmel mit grauen Wolken verhängt.

Im Schweigen der Eltern liegt die größte Unerbittlichkeit. Gegen diese Atmosphäre kommen auch die Ermittlungstaktiken der Kommissare nicht an, die fast bis zuletzt auf dem Holzweg sind. Dass der Fall (Buch: Dagmar Gabler) so ein wenig auf der Stelle tritt, schafft angenehme Freiräume für die Schauspieler: für Patrick Abozen, der fürs Erste den sympathischen Franziska-Ersatz Tobias Reisser gibt. Für Ben Becker, dessen Name schon ein Qualitäts-Versprechen ist. Und vor allem für Susanne Wolff als dessen Frau Karen, der sich die ganze Tragödie um das Ende ihrer heilen Existenz ins Gesicht gebrannt hat. Wie echt ihr entrückter Blick wirkt – ganz anders als zum Beispiel die serienmäßige Entsetzens-Maske der Leipziger „Tatort“-Ermittlerin (Simone Thomalla).

Die neue Härte tut dem „Tatort“ aus Köln gut. Er ist als düsteres Stimmungs-Kino wiederauferstanden. Nicht einmal bei der Schuldfrage will es Regisseur Torsten C. Fischer dem Zuschauer leicht machen. Denn wer ist hier wirklich schuldig? Die brandstiftende Mutter oder ihr Mann, der sich per Postkarte („Verzeiht mir, ich kann nicht mehr“) von seiner Familie verabschiedet hat. Nichts ist leicht in diesem neuen Kölner „Tatort“.

Marcus Mäckler

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