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Klara Blum und Perlmann

Tatort-Kritik: Clever inszeniertes Psychodrama

München - Die Braut ist weg. Entführt von einer vierköpfigen Herrentruppe der Hochzeitsgesellschaft.

Dass sich unter ihnen ein Killer befindet, der es auf die junge Frau mit dem Schleier abgesehen hat, ahnt anfangs niemand der deutlich angeheiterten Gesellschaft. Autor Stefan Dähnert und Regisseur Patrick Winczewski, der auch als Schauspieler und Synchronsprecher von Tom Cruise und Hugh Grant bekannt ist, haben mit dem Tatort „Bluthochzeit“ eine spannende, rundum solide aufgebaute Geschichte ersonnen. Es geht um die dunkle Vergangenheit der frisch Vermählten und um sehr viel Geld, das irgendwo versteckt sein muss.

So weit hergeholt der Plot anfangs wirkt, so clever konstruiert spinnt er sich fort: Jeder der vier Braut-Entführer hätte ein gutes Motiv, der Dame in Weiß an den Kragen oder an die Wäsche zu wollen. Mit wenig Aufwand entwickelt sich der Fall, der als klassischer Krimi gestartet ist, zum überzeugenden, clever inszenierten Psychodrama. Eva Mattes gibt als Kommissarin Klara Blum wieder einmal die herbe Matrone vom Bodensee, was diesmal allerdings recht gut zu der sich subtil steigernden Geschichte passt. Die undankbarste Rolle muss diesmal Sebastian Bezzel als Blums Kollege Perlmann übernehmen: Am Schreibtisch oder im Auto sitzend hat er immer viel zu telefonieren. Aber vielleicht wird eines Tages ja wirklich noch das Drehbuch geschrieben mit den nervenzerfetzend aufregenden, wirklich handlungstragenden Textzeilen.

Alle Tatort-Teams ab Herbst 2012

Ulrike Frick

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