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Auf seinem Hof befragen die Kommissare Lessing (Christian Ulmen,li.) und Kira Dorn (Nora Tschirner) Caspar Bogdanski (Dominique Horwitz).

"Der Irre Iwan"

Tatort-Kritik: Charmant beiläufig erzählt

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München - Am Sonntag lief die "Tatort"-Folge "Der Irre Iwan" in der ARD. Ein Film mit viel Charme und einem originellen, wenn auch mitunter etwas verwirrenden Drehbuch: die TV-Kritik.

Ihrer beruflichen Fähigkeiten wegen war die Tote anscheinend nicht Sekretärin des Stadtkämmerers. „Für die war Outlook doch ein Teil von Australien“, lästert einer über die Verstorbene. Da ziehen die beiden Ermittler Lessing (Christian Ulmen) und Dorn (Nora Tschirner) nur kurz die Augenbrauen hoch. Dieser Moment bietet gleich zwei der besonderen Stärken dieses „Tatorts“ aus Weimar: Das originelle, wenn auch mitunter etwas verwirrende Drehbuch von Murmel Clausen und Andreas Pflüger strotzt nur so vor witzigen Bonmots.

Die werden von allen Darstellern mit einer charmanten Beiläufigkeit präsentiert, die diese Produktion so besonders macht. Während andere Ermittlerteams sich immer wieder erneut als besonders humorig aufführen müssen und dabei mittlerweile oft auf der Stelle treten, unterspielen die lässigen Weimarer ihre Gags sogar noch bewusst. Schon „Die fette Hoppe“, die erste Folge aus Weimar rund um eine Metzgersdynastie, bot vor einem Jahr erfrischend viel Absurditäten.

Da das idyllische Dichterstädtchen nicht gerade als größter Drogenumschlagplatz bekannt ist oder mit anderen Großstadtbrennpunkten aufwarten kann, setzten die Verantwortlichen von Anfang an auf skurrile Morde und Auflösungen. Das erinnert ein wenig an britische Reihen wie „Inspector Barnaby“, hat aber allein dank der agileren Hauptdarsteller und ihres angenehm frischen Rollenbildes deutlich mehr Schmiss.

Der Fall von „Der Irre Iwan“ bietet jede Menge davon: Die Stadtkämmerei wird überfallen und dabei stirbt, scheinbar zufällig, die ein Stockwerk darüber vor dem Computer sitzende Sekretärin und Geliebte des Kämmerers. Die Spur führt die Ermittler zum Rummelplatz in der Nähe, und allein die großartige Sophie Rois inmitten der Geisterbahnkulisse sorgt für eine Mordsgaudi.

Regisseur Richard Huber unterstreicht das mit Musik von Günter Geissler („Ich habe die gute Laune im Gepäck“) bis Element of Crime („Wenn der Wolf schläft“). Die setzt er aber, wie auch den alten manilagrünen VW Passat beispielsweise, nie herablassend oder abfällig ein, sondern immer als liebenswürdige Zugabe.

Ulrike Frick

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