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Weil Lannert (Richy Müller, l.) der Ukrainerin Nadja (Anita Vulesica) verspricht, sie nicht an die Ausländerbehörde zu verraten, vertraut sie ihm ihr Wissen über die tote Taya an.

Tatort-Kritik: Entscheidung nach dem Gewissen

Stuttgart - Für Nadja (Anita Vulesica) ist die Angst zum ständigen Begleiter geworden. Nur eine winzige Unaufmerksamkeit genügt, nur ein einziges falsches Wort reicht aus, um das Ende ihres Lebens in Deutschland zu besiegeln.

Als illegale Einwanderin droht ihr unbarmherzig die Abschiebung, zumindest jedoch die Abschiebehaft. Auch ihre Freundin Taya suchte in Deutschland das Glück, vor allem für ihre Kinder. Als Tayas Leiche an einem See gefunden wird, beginnt in der Stuttgarter „Tatort“-Episode „Die Unsichtbare“ (ARD) nicht nur eine Ermittlung, sondern die Beleuchtung einer gesellschaftlichen Schieflage.

In einem spannenden, vielschichtigen Krimi setzt Regisseur Johannes Grieser eindrucksvoll auf die Filmkamera (Jürgen Carle), die hinter Säulen, Mauern und Bäumen hervorlugt, das Geschehen oft als versteckter Beobachter verfolgt, fast wie eine gesuchte Person – ein Gefühl, das die „Illegalen“ nur zu gut kennen. Das Autorenpaar Eva und Volker A. Zahn hat es vermieden, die Folge als Aufruf gegen allzu strikte Einwanderungsgesetze zu verheizen. Vielmehr zeigen sie – vertreten durch die die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare), welche Risiken Menschen auf sich nehmen, um hierzulande ein – vermeintlich – besseres Leben zu führen. Sie sind nicht anders als alle anderen, doch „ohne Papiere hat man nicht mal kein Konto“.

Ständig bewegt sich das unterhaltsam ausbalancierte Kommissarsduo in Grauzonen, entscheidet nach Gewissen statt nach Dienstvorschrift und führt dem Zuschauer subtil vor Augen, welch großer Luxus Demokratie und freiheitliche Gesellschaftsordnung doch sind. In ihrer polizeilichen Vorgehensweise bleiben die beiden Ermittler zwar hart, dennoch löst das Erlebte große Emotionen bei ihnen aus. Für Emotionen auch beim Zuschauer sorgt die schnörkellose Schilderung des Schicksals von Ella (Ella Zirzow) und Deniz (Lukas Schust) aus. Die Lebensumstände der Kinder der ermordeten Taya machen klar, dass die Schwächsten die Sehnsucht nach einem gelobten Land, das sie nicht haben will, am teuersten bezahlen.

Alle Tatort-Teams ab Herbst 2012

Barnabas Szöcs

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