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Axel Milberg

Tatort-Kritik: Erfrischend schräg

München/Kiel - Der klapprige schwarze Saab schlängelt sich durch die unendlichen Wälder Finnlands. Am Steuer sitzt der Kieler Hauptkommissar Klaus Borowski (Axel Milberg), offensichtlich ebenfalls nicht im besten Zustand.

Der kleine Ort Ilomantsi ist sein Ziel, die Befragung und Überführung des jungen Straftäters Ralph Böttcher nach Helsinki der Grund. Routine für den mürrischen Borowski, den weder Verständigungsprobleme mit seinem finnischen Kollegen Mikko (Janne Hyytiäinen) noch die ganztäglich präsente Sonne beim Schlafen aus der Ruhe bringen. Die erfolgreiche Flucht des Jungen muss Borowski jedoch mit einer blutigen Nase bezahlen.

Der erste in Finnland spielende „Tatort“ (NDR) namens „Tango für Borowski“ führt in die Tiefen der finnischen Wälder und der nordischen Mythologie. Regisseur Hannu Salonen und Autor Clemens Murath ist ein überwiegend erfrischender „Tatort“ gelungen, mit undurchsichtig-schrägen Figuren und fantastisch beklemmender Musik. Aber auch mit einer Story, die lange unspektakulär vor sich hin dümpelt, um dann in eine Mischung aus rituellen Opfermorden, halluzinierenden Träumen und mystischen Bedeutungen auszuarten.

Und wo bleibt da der Tango? Na im „Tango-Paradies“ natürlich, wo Borowski trotz blutender Nase leidenschaftlich-konsterniert das Tanzbein schwingt; es ist schließlich Damenwahl. Was den „Tatort“ besonders sehenswert machte: dass zum Tango immer zwei gehören – das Zusammenspiel von Axel Milberg und Janne Hyytiäinen (der ganz klar den führenden Tänzer gibt) ist einmalig komisch. Die Charaktere sind beide leicht neben der Spur, verstehen sich daher auf Anhieb und stecken beide im selben Boot. Und am Ende sogar in der selben Sauna.

Barnabas Szöcs

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