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Ermittelt in einer seltsamen Jagdgesellschaft: Borowski (Axel Milberg).

Tatort-Kritik: Drehbuchautor verliert Faden

Kiel - Der schwedische Krimiautor Henning Mankell hat die Idee zum neuen Kieler „Tatort“ (ARD) geliefert. Doch in „Borowski und der vierte Mann“ ist der Drehbuchautor an der komplexen Handlung gescheitert.

Die Handschrift von Henning Mankell lässt sich denn auch schon in den ersten Sequenzen erkennen, in Form eines herrenlosen Fußes, den der Mörder fein säuberlich von einer Leiche abgesägt und in einer Bärenfalle drapiert hat. Schön schaurig ist das, so kennt es der Leser aus den Mankell’schen Wallander-Romanen.

Vielleicht hätte diese, pardon, Effekthascherei auch gereicht, um die ganze Episode mit dem Titel „Borowski und der vierte Mann“ zu tragen, hätte, ja hätte Drehbuchautor Daniel Nocke sich darauf konzentriert, eine einzige, dafür aber stringente Geschichte zu erzählen. Doch er verliert den Faden zwischen den vielen Handlungssträngen. Der Plot führt uns in eine Jagdgesellschaft von neureichen Yuppies, die illegal Bären und Wildkatzen aus in Geldnot geratenen Zoos kaufen, um sie auf einem abgelegenen Grundstück zu schießen.

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Viel zu lange befasst der Film sich nun aber mit diesem durch und durch unsympathischen Milieu, das zwar Opfer stellt, aber eben nicht den Mörder. Die eigentliche Story – es geht um ein undurchsichtiges Investitionsmodell, das sich nur für die ganz oben in der Pyramide lohnt – kommt dadurch viel zu kurz. Der Mörder taucht erst auf, als der Film schon zur Hälfte vorbei ist, er darf gerade mal zweieinhalb Sätze bis zu dessen Ende sagen.

Autor Nocke hat hier einen falschen Schwerpunkt gesetzt. Er ist an der Aufgabe gescheitert, eine komplexe Handlung zu entrümpeln und an den richtigen Stellen zu vereinfachen. So wirkt auch der letzte Mord an diesem Abend, begangen von einem Trittbrettfahrer (und Ex-Polizisten), einfach nur aufgesetzt. Das ist schade, denn alleine dessen traurige Geschichte hätte locker für einen ganzen „Tatort“ gereicht.

Und so bleibt die Frage, ob Henning Mankell nicht lieber diesen Film gesehen hätte.

Thierry Backes

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