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Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) finden ein weiteres Opfer.

Am Sonntag

Tatort-Kritik: So war "Freitod" aus Luzern

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München - Tatort-Kritik: So war "Freitod" aus Luzern, den die ARD am Sonntag zeigte.

Update vom 18. Dezember 2016: "Wendehammer" heißt der neue Fall aus Frankfurt - und hier lesen Sie unsere Vorab-Kritik zum Tatort, garantiert ohne Spoiler.

Update vom 21. Oktober 2016: "Die Wahrheit" wird am Sonntag in München gesucht: Der Fall befasst sich mit dem echten Isar-Mord, der vor drei Jahren passiert ist.

Update vom 30. September 2016: Was verdient eigentlich ein Schauspieler, der einen Tatort-Kommissar spielt? Eine deutsche Zeitung hat nun die Gagen veröffentlicht. Am Sonntag läuft der zweite Fall der Dresdner Ermittlerinnen. Hier sagen wir Ihnen, ob sich "Der König der Gosse" lohnt.

Update vom 23. September 2016: Am Sonntag steht wieder ein Tatort aus Münster an. Wir haben uns "Feierstunde" vorab abgeschaut - hier geht's zu unserer Kritik.

„Du sollst nicht töten“ – kein Gebot ist unmissverständlicher, unumstößlicher. Doch was, wenn ein alter, todkranker Mensch darum bittet, sein Leben zu beenden, damit er nicht länger leiden muss? Das Für und Wider der Sterbehilfe oder – präziser – der Sterbebegleitung erörtert der jüngste ARD-„Tatort“ aus Luzern.

Und vielen Sequenzen von „Freitod“ merkt man an, dass Autorin Eveline Stähelin die Dialoge vor allem dazu nutzen wollte, fast druckreif These gegen Antithese zu stellen. Jede Seite darf sich in diesem "Tatort" mal in Szene setzen – hier der schwer an Krebs Erkrankte, der um Erlösung von seinen Schmerzen geradezu fleht, dort die Lebensschützer von „Pro Vita“, für die es keine Ausnahme von der Regel geben darf. Vieles ist recht statisch in diesem Krimi, in ihrem Bemühen, jede mögliche Perspektive einzunehmen, schafft Stähelin so manchen Charakter, der nur dazu dient, das Thema noch einmal von einer anderen Seite her zu denken – etwa die Figur des (heilbar) Kranken, der sich in seiner Not zum Handlanger der Streiter gegen den assistierten Suizid macht. Recht plakativ auch die Idee, dass ausgerechnet der Pro-Vita-Chef seine Geliebte zu einer Abtreibung nötigen will.

Davon abgesehen gelingt es der Autorin zusammen mit Regisseurin Sabine Boss, den Film erzählerisch in der Balance zu halten – und ihm am Ende doch noch den nötigen Thrill zu verpassen. Der Todesengel (beeindruckend: Anna Schinz als Nadine Camenisch), der nicht (mehr) nur auf Verlangen tötet, sondern „Gott spielt“ – auch diese Perversion der Sterbehilfe gehört zwingend zum Thema.

Die Schweizer geizen nicht mit drastischen Bildern, sie kontrastieren das friedliche Einschlafen mit dramatischen Todeskämpfen. Ein wenig blutleer bleiben in „Freitod“ nur die Kommissare. Stefan Gubser als Reto Flückiger und Delia Mayer als Liz Ritschard haben kaum Gelegenheit, sich in diesem Lehrstück über Leben, Alter, Krankheit und Tod zu profilieren.

Hier verpassen Sie keinen Tatort im TV oder hinterher im kostenlosen Stream.

Rudolf Ogiermann

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