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Die Geliebte für deren Tochter verlassen: Mike (Franz Dinda, M.) mit den Kommissaren Keppler (Martin Wuttke) und Saalfeld (Simone Thomalla) in „Frühstück für immer“.

Frühstück für immer

Tatort-Kritik: Es gab schon schlechtere

Leipzig - „Frühstück für immer“ heißt die jüngste ARD-„Tatort“-Episode aus Leipzig. Es gab schon schlechtere. Lesen Sie die Kritik:

„Sie hat gesagt, dass sie noch leben will – jetzt ist sie tot!“, sagt die beste Freundin der Ermordeten. Ein Satz, der klingt wie die Moral der Geschicht(e), die hier erzählt wird. Frauen ab 40, die noch Lust und Leidenschaft suchen, bringen sich in Gefahr. Sie geraten an fiese Schönheitschirurgen, die Fesselspiele anbieten, oder an Stenze unterschiedlichen Alters auf der Suche nach einem Abenteuer. Und müssen sie sich von ihren jugendlichen Töchtern für ihre „Not“ auch noch verspotten lassen.

Allzu deutlich trägt „Frühstück für immer“, die jüngste ARD-„Tatort“-Episode aus Leipzig, ihr Thema vor sich her, kaum eine Szene, in der nicht darauf Bezug genommen wird. Da wird pausenlos geflirtet und abgecheckt – und genauestens gezeigt, was passiert, wenn die Liebe erkaltet ist und nicht mehr ganz junge Frauen nur noch Gefangene ihres Hasses und ihrer Einsamkeit sind.

Es ist ein ziemlich konstruierter Plot, den Drehbuchautorin Katrin Bühlig sich da ausgedacht hat, entsprechend unglaubwürdig ist die Auflösung – führt man der Freundin in ähnlicher Lage wirklich en détail vor, wie der Sex mit dem neuen Lover war? Und weil im Krimi kein Sujet mehr abgearbeitet werden kann, ohne dass die Ermittler es an den eigenen Biografien spiegeln, nerven die Ex-Eheleute Saalfeld (Simone Thomalla) und Keppler (Martin Wuttke) mit Reflexionen über ihre private Lebenssituation.

Vor allem die Darstellerinnen – Oana Solomon, Ursina Lardi, Inga Busch und Victoria Trauttmansdorff – bemühen sich nicht ohne Erfolg, aus ihren Figuren Menschen aus Fleisch und Blut zu machen (Regie: Claudia Garde), und das will etwas heißen angesichts von Drehbuchsätzen wie: „Wir haben zwei Geständnisse – einer von beiden lügt!“ Und warum Filip Peeters, ein Schauspieler mit charmantem niederländischen Akzent, einen deutschen Arzt mit Namen Dr. Hauptmann spielt, bleibt das Geheimnis der Macher. Es gab trotzdem schon schlechtere „Tatorte“ aus Leipzig.

Man muss dankbar sein.

Rudolf Ogiermann

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