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Ein Team: Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel).

"Tatort"-Kritik: Gemütliche Ermittlungen

Es hatte so gut angefangen mit "Schmuggler": Spannende Kontrolle, knisterndes Kollegenverhältnis. Warum der aktuellen Bodensee-"Tatort" trotzdem nicht überzeugte, lesen Sie hier:

Der Anfang ist vielversprechend. Zwei Zollbeamte im Einsatz – in wenigen Szenen wird spürbar, wie spannend eine Fahrzeugkontrolle sein kann und wie explosiv die (unerwiederte) Liebe zwischen Arbeitskollegen. Das hätte richtig gut werden können, doch schon nach einer Viertelstunde ist die Luft raus aus „Schmuggler“, dem neuesten „Tatort“ (ARD) vom Bodensee.

Das liegt daran, dass Regisseur Jürgen Bretzinger die Geschichte vom Mord an einem korrekten Gesetzeshüter schon bald unaufhaltsam in Richtung Komödie driften lässt. Die unterschiedlichen Tricks, Schwarzgeld über die Grenze in die nahe Schweiz (und zurück) zu schaffen – im Buch, im Spazierstock, in der Karosserie eines Autos – verleihen der Story eine Skurrilität, die sie klein und harmlos macht.

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Es herrscht ein Abgrund von Bestechung und Bestechlichkeit in dieser Zollstation (Buch: Leo P. Ard und Birgit Grosz), doch die handelnden Personen wirken nicht wie Menschen, die deswegen in existenzielle Konflikte verstrickt sind – auch wenn sie so tun. Ein Rätsel, warum hier so leidenschaftlich geprügelt wird und sich der Stationschef am Ende eine Kugel in den Kopf jagt.

Kein Wunder, dass sich Julia Koschitz, von der Regie im Stich gelassen, vergeblich abmüht, ihre alleinerziehende Beamtin in Liebes- und Geldnot einigermaßen glaubwürdig rüberzubringen. Wie auch, wenn nebenbei eine Politiker-Witzfigur als Gesetzesbrecher entlarvt wird und ein Schweizer Banker-Filou dem erstbesten Lockvogel so prompt auf den Leim geht.

Da bleibt auch für Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) und ihren Assistenten Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) nichts weiter zu tun, als sich ganz gemütlich der Lösung des Falles entgegenzuermitteln. Das hätte ein Thriller über die Macht des Mammons über die Moral werden können, doch Jürgen Bretzinger produziert nur wertloses Spielgeld.

Rudolf Ogiermann

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