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Die Heimat im Blick: Die Kommissare Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer, l.) besuchen die Witwe des Ermordeten, Maria Imbach (Maja Brunner).

Packend ist anders

Tatort-Kritik: Mitten ins Schweizer Herz

Nun also der dritte Versuch. Das Schweizer Fernsehen durfte mit seinen Ermittlern aus Luzern die neue „Tatort“-Saison eröffnen. Nach einem Fehlstart und einem Achtungserfolg wurde die dritte Folge mit Spannung erwartet.

Die schlechte Nachricht: packend ist anders. „Hanglage mit Aussicht“ bedeutet noch nicht den Durchbruch. Aber: Autor Felix Benesch und Regisseurin Sabine Boss ist ein solider Krimi gelungen. Vor allem den bisher blassen Kommissaren tut diese Folge gut. Handlung und Kulisse treffen mitten ins Schweizer Herz: Die Wissifluh, eine Höhenlage mit wunderbarer Aussicht und kleinem Hotelbetrieb, ist bedroht – von einem Investor, der ein Luxusresort bauen will. Nach einer Feier zum Nationalfeiertag auf der Wissifluh wird er aus der Seilbahn gestoßen. Verstrickt in den Mord sind, natürlich, die bösen Kapitalisten einer Bank und die Politik.

Schnell ist der Besitzer der Wissifluh als Hauptverdächtiger ausgemacht: Peter Freiburghaus brilliert in der Rolle des grantigen Bauern Rolf Arnold, der mit der Welt unterhalb seines Bergs nichts zu tun haben will. Farblos dagegen Sarah Sophia Meyer als seine Tochter Claudia Arnold, die nur selten über ihren bekümmerten Gesichtsausdruck hinauskommt. Dass der erste Verdächtige nur selten der Täter ist, weiß nicht nur der „Tatort“-Zuschauer, sondern dankenswerterweise auch Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser). Während seine Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) den Fall abschließen will, ermittelt er weiter.

An dieser Stelle bleiben Fragen offen: Wieso berichtet der Kommissar seinen Kollegen nicht früher von seinem Verdacht gegen den Ex-Freund der Wissifluh-Tochter? Und wieso fährt er überall alleine hin? Zum Glück schafft er am Ende den Absprung aus der Rolle des bockigen Kindes. Schön etwa die Szene, in der er mit Kollegin Liz eine illegale Abhöraktion startet, um doch noch den Täter zu schnappen. Zwar sind die Dialoge zum Teil etwas hölzern geraten, doch beide Charaktere können ihr Profil im Spiel miteinander schärfen. Die am Ende doch überraschende Auflösung des Falls bestätigt: Das Schweizer Fernsehen hat tatsächlich einen „Tatort“ mit Aussicht produziert.

Die aktuellen Tatort-Teams ab Herbst 2012

Ann-Kathrin Gerke

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